Softwareunternehmen Teamwork ist Pleite

Konkurrent Intraware an Teilen des Geschäfts interessiert

Am Neuen Markt der Deutschen Börse ist nach Gigabell (Börse Frankfurt: GGB) mit der Paderborner Softwarefirma Teamwork Information Management ein zweites Unternehmen in die Pleite gerutscht. Wie das Unternehmen mitteilte, reichte es einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Paderborn ein. Die Aktie der Firma blieb am Freitag vom Börsenhandel ausgesetzt, nachdem am Donnerstagabend bereits die Zahlungsunfähigkeit bekannt gegeben wurde.

Wie bei Gigabell meldeten sich die ersten Kaufinteressenten, die wie der Petersberger Softwarehersteller Intraware allerdings nur Teile des Unternehmens übernehmen wollten. Teamwork selbst wies Angaben zu konkreten Verhandlungen über einen Verkauf von einzelnen Firmenteilen als „falsch“ zurück. Der Vorstand gehe davon aus, dass das Unternehmen gerettet werden könne, sagte eine Sprecherin.

Die 1993 gegründete Teamwork hatte die Zahlungsunfähigkeit mit einem „unter Plan verlaufenen dritten Quartal 2000 und unzureichenden Mittelzuflüssen“ begründet. Der Kurs der Teamwork-Aktie war am Donnerstag um rund 18 Prozent auf 3,55 Euro (6,94 Mark) gefallen. Im Jahresverlauf hatte der Anteilsschein zuvor bis zu 59,50 Euro (116,37 Mark) erreicht. Teamwork war im Juli vergangenen Jahres an die Börse gegangen.

Das Unternehmen konzentriert sich auf kundenspezifische Softwareanwendungen in den Bereichen Internet- und Intranet. Es ist auch in Frankreich, Großbritannien und Polen vertreten. Es beschäftigte zur Jahresmitte rund 250 Mitarbeiter in Deutschland. Zu den Gründen für den Insolvenzantrages erklärte Teamwork am Freitag, durch den „nicht vorhersehbaren Verkauf von Aktien eines Großaktionärs“ sei es zu einem deutlichen Aktienrückgang im Mai gekommen, „der die Möglichkeit zur Kapitalerhöhung vereitelte.“ Der dann „auftretende Liquiditätsbedarf“ sei von den Banken nur „unzureichend“ gedeckt worden. Um das Überleben des Unternehmens zu sichern, habe sich der Vorstand entschlossen, „die akuten Probleme des Unternehmens im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens zu lösen.“

Wenn die Mitarbeiter weiter zur Verfügung stünden und auch die wesentlichen Aufträge gehalten werden könnten, werde das Unternehmen möglicherweise bereits Ende Januar 2001, spätestens jedoch Ende Februar das Insolvenzverfahren aufgehoben haben, betonte Teamwork.

Kontakt:
Teamwork, Tel.: 05251/52010

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