Oracle und Microsoft wieder im Clinch

Diesmal streiten sich die beiden Firmen um die Leistung des SQL-Servers

Wie der Chef von Oracle (Börse Frankfurt: ORC) Gerry Ellison bei der Eröffnungsrede zur Internet World erklärte, droht Microsoft (Börse Frankfurt: MSF) seinen Erzrivalen eine Klage für den Fall an, dass der Datenbank-Spezialist weiterhin abfällig über den SQL-Server des Redmonder Software-Fabrikanten herzieht. Ellison erklärte, die Drohung beziehe sich auf seine letzte Rede zu dem Thema Anfang Oktober bei der Oracle Open World.

Damals hatte Bill Gates Erzfeind erklärt, die einzige Software, die auf einem SQL-Server auf einem Windows 2000-Cluster laufen würde, sei die Transaction Processing Council TPC-C Benchmark Suite. Dabei handelt es sich um einen Industriestandard-Test, der den Durchsatz im Transaktions-Verarbeitungs-System in Form von verarbeiteten Befehlen pro Minute misst.

Die Drohung der Rechtsanwälte hielt Ellison nicht davon ab, seine Behauptung von Anfang Oktober zu wiederholen. Damals hatte Ellison angeboten, jedem zehn Millionen Dollar zu zahlen, der es schaffen würde, irgendeine Anwendung auf dem vom Transaction Processing Council mit dem besten Preis/Leistungsverhältnis ausgezeichneten SQL-Datenbanken-Cluster zum Laufen zu bringen.

Microsoft bestätigte, dass seine Rechtsabteilung Ellison gewarnt hatte, Ruhe zu geben. „Als Larry bei seiner TPC-Benchmark-Vorführung ein Exemplar des SQL-Servers benutzt und die Kapazität des Servers falsch interpretiert hat, verstieß er gegen die Lizenzbestimmungen“, sagte der Produktmanager Steve Murchie.

„Die Lizenzbestimmungen sehen vor, dass Benchmarks nur mit unserer Erlaubnis veröffentlicht werden dürfen, und das ist nichts ungewöhnliches. Oracle hat dieselben Bestimmungen“, fügte Murchie hinzu. „In einem noch laufenden Versuch, Larry Ellison zu ehrlichem Handeln anzuhalten, hat Microsoft Oracle eine standardisierte Unterlassungserklärung zugesandt.“ Murchie nahm auch Stellung zum eigentlichen Vorwurf Ellisons, die Konfiguration von SQL-Server-Clustern sei mangelhaft. Nach seinen Angaben haben Microsoft-Kunden gerade damit begonnen, Programme im Zusammenspiel mit der neuen Technik zu testen.

Oralce und Microsoft streiten sich bereits seit geraumer Zeit um die Krone des schnellsten Datenbankservers gemäß TPC-C. Oracle liegt momentan mit Oracle 8i auf einem AIX-IBM-Rechner auf Rang fünf. Wenn 9i im März 2001 auf den Markt kommt, soll sich das aber wieder ändern.

Kontakt:
Microsoft, Tel.: 089/31760
Oracle, Tel.: 089/149770

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