Intel bezieht Prügel von seinen Peers

Vorwurf: Chipriese wollte Peer-to-Peer-Arbeitsgruppe zu seinem Vorteil organisieren

Zum ersten Treffen von Intels (Börse Frankfurt: INL) Peer-to-peer Arbeitsgruppe in San Jose waren über 300 IT-Fachleute aus Firmen, die sich mit Peer-to-Peer beschäftigen, gekommen. Allerdings verlief die Sitzung nicht so, wie sich das der Chiphersteller vermutlich erhofft hatte. Die Gäste machten gleich klar, dass sie nicht gekommen waren, um irgendwelche Weisungen von Intel entgegenzunehmen. Sie hatten ihre eigenen Vorstellungen von Peer-to-peer-Netzwerken.

Intel ist der Meinung, dass das von Napster, Gnutella und anderen Sites bekannt gemachte Verfahren der nächste große Wurf ist und Multimillionen-Dollar-Märkte auftun könnte. Da Intel im dritten Quartal unter den Erwartungen blieb, wollen die Verantwortlichen schnell neue Märkte auftun. Bereits auf dem Intel Developer Forum im August hatte das Unternehmen auf sein neues Interesse hingewiesen (ZDNet berichtete).

Nachdem Intels Anwalt Earl Nied kurz erklärt hatte, wie die Peer-to-Peer-Gruppe organisiert werden sollte, wurde er mit Einwänden bestürmt. Nied erklärte, die Arbeitsgruppe solle von einem Komitee aus sieben Unternehmen geführt werden. Kopf des Komitees wäre Intel. Wer 5000 Dollar im Jahr zahlt, sollte die Spezifikationen früher als andere Mitglieder erhalten und darüber hinaus das Recht haben, Ideen dem technischen Gremium vorzuschlagen. Wer in das leitende Komitee will, solle laut Intels Vorstellungen 25.000 Dollar pro Jahr zahlen und „teilnehmende“ Unternehmen könnten für 500 Dollar ihre Mitgliedschaft erkaufen.

Ein Sprecher von Cisco (Börse Frankfurt: CIS) unterstützte die Kritiker, die Intels Vorschläge „entsetzlich“ nannten. Nachdem Intel in einer kurzen Pause von Vorwürfen und Beschwerden bestürmt wurde, versprachen die Verantwortlichen, einen neuen Vorschlag auszuarbeiten. Nach einer weiteren Unterbrechung schlug Intel vor, die Interessenten sollten Vorschläge für die Art der Zusammenarbeit einreichen, aus dem die Gründungsmitglieder wie IBM (Börse Frankfurt: IBM) und Hewlett-Packard (Börse Frankfurt: HWP) einen auswählen würden.

Nachdem die ganze Peer-to-Peer-Idee so neu ist, sind noch keine Standards definiert. Das Modell könnte Server beinhalten, die sich mit Servern unterhalten, Server im Kontakt mit PCs, PCs, die miteinander kommunizieren oder WAP-Telefone, die mit allen drei Gruppen sprechen.

Unter dem Applaus der P2P-Firmen sagte einer der Entwickler: „Warum erledigen wir die Forschung und Entwicklung für Intel?“ Miko Matsumura, Suns führender Java-Vertreter bevor er sich selbständig machte, meinte: „Sun hat den Code für Java geschrieben und so das Recht erworben, darüber zu entscheiden. Intel hat keinen Code. Intel führt hier diesen ganzen Reigen an und die Entwickler scheuen sich zu folgen, weil sie Intels wirtschaftliche Interessen kennen.“

Kontakt:
Intel, Tel.: 089/9914303

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