Physiknobelpreise für IT-Forscher

Deutschstämmiger Herbert Krömer geehrt

Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hat angekündigt, den diesjährigen Nobelpreis in Physik an Forscher zu verleihen, deren Arbeiten die Basis zu der modernen Informationstechnologie gelegt haben. Im speziellen werden Zhores Alferov aus Russland sowie der deutschstämmige Herber Krömer aus den USA für „die Entwicklung von Halbleiterheterostrukturen für Hochgeschwindgkeits- und Optoelektronik“ geehrt. Die andere Hälfte des Preisgeldes erhält Jack Kilby aus den USA für seinen Anteil an der Entwicklung des integrierten Schaltkreises.

Alferov und Krömer werden geehrt, weil sie Halbleiterheterostrukturen erfunden und weiterentwickelt haben. Das sind schnelle opto- und mikroelektronischen Komponenten, die auf geschichteten Halbleiterstrukturen aufbauen. Nach dieser Methode gefertigte Halbleiter finden ihre Anwendung in Telekommunikationssatelliten und Basisstationen von Mobiltelefonen. Damit liefert die von den frischgebackenen Nobelpreisträgern entwickelte Technologie die Basis für moderne, kleine und schnelle IT-Produkte.

Eine weitere Anwendung derselben Entwicklung sind Laserdioden. Diese treiben unter anderem den Datentransport in den Glasfaserkabeln des Internet voran. Auch in CD-Playern, Strichcodelesegeräten, Laserpointern und anderen Geräten kommen sie zur Anwendung. Aber auch in Bremslichtern von Autos, Verkehrsampeln und anderen Warnlichtern stecken Laserdioden, die nach dem Halbleiterheterostruktur-Prinzip aufgebaut sind.

Jack Kilby wird für seinen Anteil an der Erfindung und Entwicklung der integrierten Schaltung, vulgo Chip, geehrt. Kilby begann seine Karriere 1947 in den Labors von Globe Union, wo er keramikbasierte Schaltkreise für elektronische Produkte entwickelte. Ab 1958 arbeitete er bei Texas Instruments. Bereits am 12. September 1958 demonstrierte er die Arbeitsweise seines ersten Mikrochips, der aktive und passive Komponenten auf der Größe einer Heftklammer vereinigte.

Kilby entwickelte später militärische, industrielle und kommerzielle Anwendungen für die Mikrochip-Technologie. 1970 verließ er Texas Instruments, um als Erfinder zu arbeiten und unter anderem die Gewinnung von Energie aus Sonnenlicht mithilfe von Silizium zu erforschen. Momentan ist Kilby Berater für die Industrie und die US-Regierung. Zudem sitzt er zahlreichen Gesellschaften vor.

Preisträger Herbert Krömer wurde 1928 in Deutschland geboren und promovierte 1952 an der Universität Göttingen in theoretischer Physik. Nach der Arbeit in verschiedenen Labors in Deutschland und den USA überredete er 1976 die Universität Santa Barbara, die Erforschung von Halbleitern aus verschiedenen Verbundmaterialien verstärkt voranzutreiben. 1963 entwickelte Krömer das Konzept der Zweifach-Heterostruktur-Laser, die Kernidee im Bereich der Halbleiterlaser. Momentan interessiert er sich hauptsächlich für supraleitende Halbleiter (so genannte InAs-AlSb quantum wells). Aufgrund einer Anzahl neuer Entdeckungen gilt Krömers Forschungsgruppe als weltweit in diesem Bereich führend.

Alverov wurde 1930 geboren und graduierte 1952 am Elektrotechnischen Institut in Leningrad. Von 1953 bis heute arbeitet der Wissenschaftler am Ioffe Physisch-Technischen Institut. Seit 1962 beschäftigt sich Alverov im Gebiet der II-V Halbleiterheterostrukturen. Seit 1987 ist er Direktor des Ioffe Instituts, er ist Vizepräsident der russischen Akademie der Wissenschaft und Präsident des Sankt Petersburger Forschungszentrums der russischen Akademie der Wissenschaft.

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