US-Abgeordnete wollen MP3-Geschäftsmodell legalisieren

Musikindustrie schreit "Foul!"

Ein von mehreren US-Kongressabgeordneten eingereichter Gesetzesentwurf mit dem Titel „Music Owners‘ Listening Rights Act of 2000“ will die Legalisierung des Speicherns und des jederzeitigen Abrufens von Musik im Internet erreichen. Das entspricht im wesentlichen dem Geschäftsmodell von MP3.com, das aus diesem Grund derzeit vor Gericht steht.

Der Abgeordnete der Demokraten Rich Boucher aus Vancouver erklärte: „Wir vertreten die Ansicht, dass eine neue Technik, die mehr Komfort mit sich bringt, unbedingte Unterstützung verdient. Unser Gesetz würde Copyright-Bestimmungen ersetzen, die in und für eine andere Ära geschrieben wurden und diese neue Technik im Keim ersticken.“

In einem gemeinsamen Brief an den Kongress wandten sich gestern die Industrievereinigungen RIAA (Recording Industry Association of America), die Motion Picture Association of America,die National Music Publishers‘ Association, die Songwriters Guild of America und die der deutschen Gema verwandten Organisationen ASCAP und BMI umgehend gegen den Gesetzesentwurf.

Bezirksrichter Jed Rakoff hatte Anfang des Monats im Streit mit dem Plattenlabel Universal gegen MP3.com geurteilt. Dem Unternehmen droht nun eine Strafe von bis zu 250 Millionen Dollar (562 Millionen Mark). Der Richter hatte in seinem Urteil teils sehr harte Worte für die Geschäftspraktiken von MP3.com gefunden: „Einige der vorliegenden Beweise zeigen deutlich, dass manche Internet-Unternehmen eine falsche Vorstellung davon haben, was sie tun dürfen. Nur weil sie etwas Neues unternehmen bedeutet das noch nicht, dass sie gegenüber den Gesetzen dieses Landes – und hier insbesondere der Urheberschutzrechte – immun sind.“

Die Zahl der zu vergütenden Compact Discs soll allerdings in einem zweiten Teil des Verfahrens ermittelt werden, der für den November angesetzt ist. Während Universal von 10.000 raubkopierten Silberscheiben ausgeht, rechnet MP3.com mit 4700 CDs.

Richter Rakoff hatte bereits im April geurteilt, dass das in San Diego beheimatete Unternehmen MP3.com im Falle von 80.000 Album-Titeln gegen den Kopier- und Urheberrechtsschutz verstoßen hat.

Wissenswertes rund um das MP3-Format bietet ein MP3-Special von ZDNet.

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