AOL öffnet Messenger nicht für ICQ

Sprecherin bestätigte aber technische Tests vor acht Monaten

AOL (Börse Frankfurt: AOL) hat einen Bericht dementiert, wonach das Unternehmen eine Verbindung seines AOL Instant Messengers (AIM) mit dem der Tochterfirma ICQ einrichtet. Das „Wall Street Journal“ hatte gemeldet, AOL würde seit Monaten heimlich eine Kontaktaufnahme der beiden Kommunikations-Tools erproben.

AOL-Sprecherin Tricia Primrose erklärte, AOL-Techniker hätten zwar Anfang des Jahres eine Zusammenarbeit von AIM mit ICQ getestet, „aber das war vor acht Monaten. Wir wollten einige Tests zum Instant Messaging allgemein durchführen. Das heißt nicht, dass die Systeme kommunizieren können.“ Zu keiner Zeit des gesamten Testverlaufs seien die beiden Messenger-Netzwerke verbunden gewesen. Der Versuch sei auch nie veröffentlicht worden. Ausschließlich User, die versuchten sich mit der AOL-Software bei ICQ anzumelden, hätten von dem Test überhaupt etwas gemerkt, so Primrose.

Weiter sagte sie: „ICQ wird nicht eher als andere Systeme mit dem AIM kommunizieren.“ AOLs Argument gegen die Interoperabilität zwischen den verschiedenen Messenger-Diensten ist die technische Unmöglichkeit einer Verbindung zwischen den Messenger-Netzwerken. Sollte AIM aber für ICQ-Anwender offen stehen, könnten auch weitere Konkurrenten Zugang zur AOL-Plattform erzwingen.

Nach Angaben von AOL nutzen je 20 Millionen Nutzer jeden Monat ICQ oder AIM. Insgesamt seien bei ICQ 70 Millionen und bei AIM 61 Millionen User registriert. Die Weigerung von AOL, die Plattform auch für andere Dienste zu öffnen, war Anlass für die so genannten Messenger-Kriege, die unter anderem mit Microsoft ausgetragen wurden (ZDNet berichtete).

Das Dementi hat nicht nur Auswirkungen auf die Anwender sondern womöglich auch auf das Genehmigungsverfahren für den Zusammenschluss von AOL mit Time Warner. Kartellwächter werden voraussichtlich als Bedingung für die Fusion fordern, dass AOL seinen Messenger-Dienst auch für andere Plattformen öffnet (ZDNet berichtete).

ZDNet hat in einem ZDNet-Special Neuigkeiten und Grundlegendes zur Mega-Fusion zusammengefasst.

Kontakt: AOL-Hotline Deutschland, Tel.: 01805/313164

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