Müller-Maguhn nach der ICANN-Vorwahl

"Ich hatte im Internet Heimvorteil"

Seine Bewerbung für die europäische Sektion der Wahl zum ICANN Board of Directors hat sich für Andy Müller-Maguhn ausgezahlt: Mit 2886 Stimmen hat der Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC) mehr als doppelt so viele Wähler für sich gewinnen können wie die zweite Siegerin, Jeanette Hofmann.

Seinen Erfolg führt Müller-Maguhn gegenüber ZDNet unter anderem auf seine über zehnjährige Arbeit für den CCC zurück. „Außerdem habe ich mich während der Zeit an den entsprechenden Diskussionsforen im Netz beteiligt, die Leute kannten mich von daher. Man kann also sagen, ich hatte einen gewissen Heimvorteil“.

Seine Chancen auf einen Sitz im Board of Directors schätzt Müller-Maguhn eher vorsichtig ein: „Die Wahlbeteiligung bisher war ja nicht besonders hoch. Es kann also nach wie vor sein, dass 10.000 Industrieblockwähler auftauchen und sich für einen der anderen Kandidaten entscheiden.“ Und selbst für den Fall des Falles bleibt der CCC-Sprecher realistisch: „Was ist denn der Wert dieser Wahl? Wir sprechen hier von fünf von 19 Direktoren, die mit diesem ganzen Legitimations-Simulationspalaver gewählt werden.“ Müller-Maguhn sieht den Wert seiner Bewerbung „in der Prozedur selber. Dadurch habe ich die Chance, europäische Dinge zu thematisieren.“

Die nächsten Wochen bis zur zweiten und letzten Abstimmung will Müller-Maguhn damit verbringen, „ein wenig durch Europa zu reisen“ und die zahlreichen Anfragen der Journalisten aus dem In- und Ausland zu beantworten. „Ich hatte Kontakt zu ein paar Italienern. Die haben jetzt natürlich ein wenig Angst, von den Deutschen überrannt zu werden.“

Trotz der vielen vorsichtigen Aussagen hat sich Müller-Maguhn natürlich Gedanken über einen möglichen Sitz im ICANN-Direktorium gemacht: „Man kann da mehr bewirken als anderswo, das ist eine ganz andere Bühne. Man könnte eine Transparenz schaffen darüber, was da überhaupt vorgeht.“

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