Internet-Hauptknoten-Server down

Am Donnerstag sind für eine Stunde vier von 13 primären Level A-Rootservern ausgefallen

Vier der 13 Server, die den weltweiten Internet-Datenstrom managen, sind am frühen Donnerstag wegen eines kurzen Störfalls heruntergefahren. Die User bemerkten von dem Zwischenfall nichts, denn die verbleibenden neun Rootserver verrichteten ganz normal ihren Dienst.

Techniker bei Network Solutions (NSI), die in ihren Büros im nördlichen US-Bundesstaat Virginia einen Primären Level A Rootserver betreiben, untersuchen gerade, warum die Maschinen für kurze Zeit keine Antworten auf Anfragen zu „.com“-Sites gaben. Die betroffenen Maschinen stehen in Tokio, Kalifornien und zwei in einem anderen Teil von Virginia. Sprecher der Firma bestätigten, dass Adressen mit anderen Endungen wie „.org“ oder „.net“ von dem Vorfall nicht betroffen waren.

Rootserver sind die wichtigsten Verteilerknoten im Internet. Insgesamt gibt es weltweit 13 Stück davon. Sie werden von Universitäten, Unternehmen, Regierungsstellen und Forschungseinrichtungen betrieben. Die Standorte sind über das Staatsgebiet der Vereinigten Staaten verteilt sowie in Tokio, Stockholm und London. Die von dem Ausfall betroffenen Rootserver, die die Bezeichnungen „B“, „G“, „J“ und „M“ tragen, werden von Network Solutions, dem US-Verteidigungsministerium, der University of Southern California und einer Organisation in Japan betrieben.

Der Geschäftsführer von NSI, Bruce Chovnick, sagte am Donnerstag, dass die vier betroffenen Maschinen mit einer relativ neuen Methode die Verzeichnisstruktur aus einem speziell entwickelten Transfercomputer auffrischten. Eine solche Datenübertragung wurde just in dem Moment versucht, als alte Dateien umbenannt wurden, aber bevor die neuen Daten hinzugefügt worden waren. Deshalb konnten die Rootserver die angeforderten Daten nicht finden. „Wir verstehen jetzt, wie das passieren konnte und gehen das Problem jetzt an. Es wird also nicht wieder passieren“, sagte Chovnick.

Theoretisch würde das Internet mit einem einzigen Rootserver funktionieren. Würden aber mehr als vier der primären „A“-Maschinen für eine längere Zeit ausfallen, wäre das Netz merklich langsamer. Der letzte ernsthafte Zwischenfall mit Rootservern geschah im Juli 1997, als Network Solutions eine verstümmelte Directory List auf sieben Rootserver kopiert hatte und sie vier Stunden lang nicht korrigierte. Damals kam der meiste Datenverkehr im Internet zum Erliegen.

Der jetzige Vorfall dauerte nach Aussage des Network Solutions-Sprechers Christopher Clough etwas mehr als eine Stunde. Die meisten User hätten aber gar nichts davon bemerkt, das die meisten Internet Service Provider die beliebtesten Internet-Seiten in einem Cache vorhalten. Nur wer während der entsprechenden Zeit versuchte, eine selten besuchte Site anzusteuern, war von dem Ausfall betroffen.

Kontakt:
NSI, Tel.: 001703/7420400

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