Tanken per Internet in Deutschland ab 2001

Datamonitor sieht gute Chancen für Priceline.com in Europa

Auf der Internet-Site von Priceline können amerikanische Kunden schon seit längerem Benzin per Internet kaufen. Allein im Juli orderten die Kunden rund zwei Millionen Gallon (1 Gallon = 3.785 Liter). Der Dienst wird jetzt auch in Großbritannien starten. Die Analysten des Marktforschungsinstitutes Datamonitor sehen für den Benzinkauf per Internet eine große Zukunft: In anderen europäischen Ländern, darunter Deutschland, werde es bis Ende 2001 einen solchen Service geben.

Tanken per Internet bedeutet nicht, dass der Treibstoff durch die Datenleitung in den Wagen kommt. Es ist etwas komplizierter: Auf der Website von Priceline können Kunden angeben, welchen Preis sie für eine bestimmte Menge Benzin zu zahlen bereit sind. Tankstellenpächter können diese Informationen dann online abrufen. Wenn sie für den gewünschten Preis verkaufen wollen, erhält der Kunde eine E-Mail und das Geld wird vorab über seine Kreditkarte abgerechnet. Der Kunde kann dann die bestellte Menge an der Zapfsäule abholen.

Der Dienst von Priceline startet zunächst in Großbritannien, wo im europäischen Vergleich die höchsten Benzinpreise gezahlt werden. Probleme sehen die Analysten von Datamonitor in den kleinen Margen, von denen Tankstellenpächter in Europa leben. „Dazu kommen die hohen Steuerabgaben. Die Tankstellen werden vielleicht nicht in der Lage sein, die notwendigen Rabatte einzuräumen, um die Kunden anzulocken“, heisst es in einer Studie. Und doch ist man sich sicher, dass bis 2002 ein großer Teil der britischen Bevölkerung den Sprit per Internet kaufen wird.

„Ich halte dies für ein interessantes Konzept. E-Commerce ist für uns ein wichtiges Thema. Ich bin jedoch skeptisch, ob ein solcher Dienst bis Ende 2001 auf dem deutschen Markt eingeführt werden kann. Viele Faktoren – unter anderem die kleinen Margen in Deutschland – müssen in die Überlegung einfliessen“, erklärte Dea-Sprecher Dereck Mösche auf ZDNet-Anfrage.

Beim Konkurrenten Aral sieht man die Sache ähnlich: „Die neuen Medien machen viel möglich, aber wir glauben nicht, dass bis Ende 2001 ein solches Auktionsverfahren in Deutschland angeboten wird. Ich kann mir vorstellen, dass man vielleicht per Internet abfragen kann, wie teuer das Benzin auf einer Reisestrecke ist und dann die Möglichkeit hat, das Benzin vorzubestellen“, sagte Stefanie Hansen gegenüber ZDNet.

Kontakt:
Datamonitor Europe, Tel.: 069/ 97544517

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