Hitler-Site: Soldat suspendiert

Anfangsverdacht erhärtet

Der Oberfeldwebel, der ursprünglich die Domain „heil-hitler.de“ beantragt hatte, ist mittlerweile vom Dienst suspendiert worden. Offenbar hat sich der Tatverdacht gegen den Soldaten erhärtet. Anfang der Woche hatte das Verteidigungsministerium gegenüber ZDNet noch davon gesprochen, dass der Oberfeldwebel im Status eines Soldaten verbleibe, bis seine Schuld zweifelsfrei feststehe.

Der in der Schweriner Moltke-Kaserne stationierte 28-Jährige dürfe weder seinen Dienst ausüben noch eine Uniform tragen. Die Ermittlungen gegen ihn stützen sich auf den Paragraf 86 a des Strafgesetzbuches, der die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verbietet. Das Gesetz sieht für diesen Tatbestand Geldstrafen und Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor. „In einer ersten Vernehmung durch die Polizei hat der Oberfeldwebel die Aussage verweigert“, hatte Oberstaatsanwalt Hans-Christoph Pick gegenüber ZDNet erklärt.

Über den Berliner Provider Strato wurde in der vergangenen Woche die Domain „heil-hitler.de“ registriert. Die zentrale Registrierstelle für deutsche Domains Denic erfuhr am Montag aus der Presse von dem Vorfall und löschte die Domain.

Die Denic musste am Montag gleich zweimal aktiv werden: „Kurz nachdem wir die Domain heil-hitler.de gelöscht und damit wieder freigegeben hatten, wurde die Adresse ein weiteres Mal bestellt. Der zweite Besitzer rief dann plötzlich hier an und war ganz entsetzt, dass die Domain auf seinen Namen eingetragen war. Wir glauben, dass der zweite Besteller einen falschen Namen angeben hat“, sagte Denic-Sprecher Klaus Herzig auf Anfrage von ZDNet.

Mittlerweile hat die Denic die Domain auf sich selbst eingetragen, um weiteren Missbrauch zu verhindern. „Bei einer Domain gibt es nur zwei Zustände: Entweder sie ist reserviert oder sie ist frei. Aus diesem Grund haben wir die Adresse vorübergehend auf unseren Namen eingetragen“, erläuterte Herzig. In der nächsten Woche werden Vertreter der Denic mit dem Bundesjustizministerium nach Wegen suchen, was in Zukunft mit solchen Internet-Adressen passieren soll. „Unsere Vorstellung wäre, dass man unter solchen Domains Aufklärungsarbeit leistet“, so Herzig.

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