Heil-Hitler-Domain-Verbot: Zensur?

Was US-Amerikaner über die deutsche Diskussion denken

Die Diskussion um die „heil-hitler.de“-Domain bei Strato wird auch in den USA aufmerksam verfolgt. Die amerikanischen Kollegen von ZDNet.de haben über das Thema berichtet, woraufhin sich eine Diskussion unter Gesichtspunkten entspann, die gerade das Thema Zensur vs. Redefreiheit unter ur-amerikanischen Gesichtspunkten beleuchtete.

In den USA stehen sich beim Thema „Nazis im Internet“ die Befürworter von Zensur (gegen sogenannte Hass-Sites) und Vertreter der uneingeschränkten Meinungsfreiheit gegenüber.

Der „amerikanische Arbeiter“ Mark Holman vertrat die in der deutschen Öffentlichkeit derzeit meistgehörte Ansicht, wenn er forderte: „LET’S STAMP OUT HATE!“. Er befand die Untersuchungen des Staatsanwaltes gegen den Initiator der Domain für sehr gut. Damit sprach Holman vielen anderen Lesern aus dem Herzen, die ganz einfach alle rassistischen und gewaltfördernden Sitzes aus dem Internet verbannt wissen wollen. Brenden Sparks konnte nur zustimmen und erklärte: „Sie taten, was getan werden musste“.

Ganz anders reagierte allerdings Terry Duncan auf die Meldung: „Ich vertrete die Überzeugung, dass jede oder jeder im Internet seine Gedanken frei äußern darf. Man kann das lesen oder nicht, das kann jeder selber entscheiden. Man hat die freie Wahl. (…) Mein Fazit lautet also: Lasst die Idioten ihren Spaß haben. Sie werden von alleine damit aufhören, wenn ihr Zeug gesellschaftlich nicht akzeptabel ist — also nicht ‚PC‘ (political correct/ der Redakteur).“

Sehr ähnlich reagierte die Mehrzahl der Diskussionsteilnehmern, die in den deutschen Maßnahmen eine Form von Zensur sahen. Diese Einstellung brachte Charles auf den Punkt: „Wieder einmal ist die freie Meinungsäußerung in Gefahr. Ich hab wirklich einiges gegen ‚Hate-Sites‘, aber Menschen haben das RECHT, ihre Meinung zu vertreten. Wer immer sich die Site hat reservieren lassen, wollte dort wohl eine Aussage loswerden. Die mag ich nicht, aber dies zu tun ist ein fundamentales Menschenrecht. Und die Moral von der Geschicht‘: Wenn du eine Site nicht magst, besuch sie nicht. Wir brauchen keinen ‚Schutz‘ vor dieser Form der Meinungsäußerung.“

Auch in Deutschland wird dieses Problem durchaus gesehen. Ausgehend von Joey Nickel gehen auch hiesige ZDNet-Leser dem Problem des mündigen Bürgers nach.

Als ambivalent schilderte Alan D.A. Palachuk aus Portland, Oregon, das Problem und kam möglicherweise den deutschen Gedankengang am nächsten: „Die religiösen Propaganda-Sites in den USA sind nicht weniger beleidigend als die Nazi-Sites in Deutschland. Es gibt reihenweise ‚All-American‘-Sites, die Hass predigen und niemand interessiert das. Vielleicht kennen die Deutschen das Spiel einfach schon besser und wollen diesen Bu@@Sh&* beenden, bevor er Wurzeln schlägt und richtig loslegt.“

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