Neukunden erhalten bei T-Online Limitsperre

Eine Reaktion auf die 8300 Nutzungsstunden von Patrick S.?

Der Internet-Dienst der Deutschen Telekom (Börse Frankfurt: DTE) bietet Neukunden ab 1. August eine automatisch Limitsperre von 400 Mark pro Monat. Wird diese Summe erreicht, wird er Zugang automatisch gesperrt und muss durch die Zusendung „des gesonderten Formulars“ wieder freigeschaltet werden. Dieser neue Absatz in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von T-Online gilt aber nur für Neukunden, die ihren Zugang ab August beantragen. Ob Alt-Kunden diesen Dienst nutzen können, steht noch nicht fest.

In der letzten Woche war T-Online in die Schlagzeilen geraten, weil die Telekom-Tochter einem Geschäftsmann aus Straubing insgesamt 8300 Nutzungsstunden in zwei Monaten in Rechnung gestellt hatte (ZDNet berichtete). Mittlerweile hat die Polizei Straubing die 85 User, die diesen Zugang unerlaubt genutzt hatten, ermittelt und wird sie einzeln ins Präsidium laden.

„Es wird gegen sie wegen des Verdachts auf Computerbetrug ermittelt. Das Strafgesetzbuch sieht hierfür Geldstrafen und Freiheitsentzug bis zu fünf Jahren vor“, erklärte Polizeisprecher Klaus Pickel gegenüber ZDNet. Bisher wurde der Drahtzieher, der die Zugangskennung aus dem Computer des Geschäftsmannes Patrick S. per Virus geklaut und dann auf einer Webseite veröffentlicht hatte, nicht ermittelt. „Aber auch hier kommen die Ermittlungen voran.“

T-Online Pressesprecher Frank Domagala erklärte zu dem Fall: „Wir konnten den Kunden leider weder unter seinem Namen noch unter der Telefonnummer in unserem System finden. Der Kunde müßte uns seine Telefonrechnung zukommen lassen, damit wir uns den Einzelfall ansehen können“. Die mehrfache Einwahl mit einer Benutzerkennung sei bei T-Online gewollt: „Wir sind ein innovativer Dienst und bieten als solches unter anderem Kanalbündelung an. Firmen haben bei uns die Möglichkeit, für mehrere Mitarbeiter Kennungen einzurichten und sie erhalten dann alle Verbindungen übersichtlich auf einer Rechnung“.

Die von T-Online ab 1. August angebotene Limitsperre wird es vorerst nur für Neukunden geben. „Wir werden hier intern sicher eine Diskussion führen, ob wir einen solchen Dienst auch für Altkunden einführen. Wir bewegen uns da leider auf sehr dünnem Eis: Die Nutzungsdauer unserer Kunden ist zum Teil sehr variabel. Wir wollen nicht, dass ein Kunde gesperrt wird, nur weil er plötzlich deutlich mehr im Internet surft“, sagte Domagala gegenüber ZDNet.

Frank Domagala erinnerte noch einmal daran, dass T-Online Kunden ihr Zugangspasswort nicht in der Software speichern sollten: „Unsere aktuelle Zugangssoftware gibt zwei Warnungen aus, wenn der Kunde das Zugangskennwort speichern will. Wir raten davon dringend ab. Unsere Kunden können auf der T-Online Seite *72# jederzeit das Zugangskennwort ändern. Wir empfehlen, dies regelmäßig zu tun. Auf der Seite *92# kann man zudem jederzeit sehen, wieviel Minuten man im aktuellen Monat schon T-Online genutzt hat.“

Über Sicherheit im Netz und die besten Schutzprogramme gegen Angriffe auf den eigenen Rechner informiert ein ZDNet-Special.

Kontakt:
T-Online-Hotline: 0800 3309009

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1 Kommentar zu Neukunden erhalten bei T-Online Limitsperre

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  • Am 6. Dezember 2001 um 8:33 von Hans-Josef Ersfeld

    Limitsperre
    Für die Limitsperre würde ich mich in jedem Fall aussprechen, denn sie vermittelt doch eine gehörige Portion an Sicherheitsgefühl. Es sollte jedem Internetnutzer freigestellt werden, ob er die Limitsperre nutzt oder nicht. Das Erreichen der 400,– DM (oder 200 €)Grenze durch eigene Nutzung sollte dann Sache des Kunden sein. Vielleicht ist es ja auch möglich von Ihrer Seite dem Kunden bei Erreichen von etwa 380,– DM eine Warnung auf dem Bildschirm auszugeben. Da haben Sie sicher keine Umsatzeinbußen zu erwarten, im Gegenteil, hier können Sie uns Verbrauchern ganz deutlich zeigen, wie stark Sie sind.

    In diesem Zusammenhang möchte ich gerne wissen, da ich seit Anfang November 2001 DSL-Kunde bin, ob für mich die Limitsperre automatisch eingestellt ist. Für eine kurze Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hans-J. Ersfeld

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