Über 8300 Stunden T-Online in zwei Monaten

Mit einem Virus wurde die Zugangskennung erspäht

Den Geschäftsmann Patrick S. aus Straubing traf beim Anblick seiner T-Online Rechnung fast der Schlag: Insgesamt 9000 Mark wollte die Telekom-Tochter von seinem Konto abbuchen. „Ich habe daraufhin direkt bei der Telekom (Börse Frankfurt: DTE) per Einschreiben mit Rückschein Einspruch gegen diese Rechnung eingelegt. Meine normalen Rechnungen beliefen sich bisher auf rund 300 Mark monatlich“, erklärte der Geschädigte gegenüber ZDNet. Rund drei Wochen später teilte ihm Deutschlands größter Internet-Provider mit, man habe die Rechnung geprüft und keine Unregelmäßigkeiten feststellen können.

Als die zweite Rechnung in Höhe von rund 15.000 Mark eintraf, ahnte der Kunde Böses und schaltete die Polizei ein. T-Online teilte Patrick S. schriftlich mit, dass er den Betrag von insgesamt rund 25.000 Mark nicht bezahlen werde. Daraufhin wurde sein T-Online Zugang und kurze Zeit später auch sein ISDN-Geschäftsanschluß gesperrt. „Erst als ich einen Antrag auf einstweilige Verfügung beim Landgericht Regensburg einreichte, schaltete die Telekom beide Zugänge wieder frei.“

Die Polizei Straubing ermittelte mittlerweile, dass ein noch unbekannter Täter über einen wahrscheinlich per E-Mail eingeschleusten Backdoor-Virus mit Namen „Sub Seven“ an die Zugangsdaten gekommen war. „Diese Kennung muss der Täter dann per Internet verbreitet haben. Wir haben mittlerweile 85 User aus dem gesamten Bundesgebiet ermittelt, die diesen Zugang genutzt haben“, teilte Klaus Pickel, Pressesprecher der Polizeidirektion Straubing, auf Anfrage von ZDNet mit. Pickel empfiehlt Internet-Surfern einkommende E-Mails mit einem Virenprogramm zu kontrollieren und die Zugangspasswörter regelmäßig zu ändern.

Rein rechnerisch können T-Online Kunden bei Nutzung des Tarifes T-Online Eco auf rund 1300 Mark pro Monat kommen, wenn sie den Zugang rund um die Uhr nutzen. „Es ist bei uns aber möglich, über eine T-Online Kennung parallel mit mehreren Benutzern zeitgleich ins Netz zu gehen. So kann der Geschäftsmann aus dem Hotel dann die gleiche Kennung nutzen, wie seine Frau zu Hause“, erläuterte Telekom-Pressesprecher Walter Genz. T-Online Pressesprecher Frank Domagala konnte bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme abgeben.

ZDNet berichtet in einem laufend aktualisierten News Report zu ‚ILOVEYOU‘ über die neusten Entwicklungen an der Virenfront und stellt neben Grundlagenwissen auch Links zu Virenschutz-Anbietern bereit.

Kontakt:
T-Online-Hotline: 0800 3309009

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