Panne: AOL versendet 1500 Kundenadressen

E-Mail-Adressen an Betatester geschickt / Keine persönlichen Daten weitergegeben

Die E-Mail-Adressen von mehr als 1500 AOL-Kunden sind „durch ein Versehen“ an die unternehmenseigenen Betatester gegangen. Die Adressen sollten nach Angaben von AOL (Börse Frankfurt: AOL) „ursprünglich zur Mailing-Liste hinzugefügt werden“. Es handelt sich also um die Adressen von neuen Betatestern. Erhalten haben sie Empfänger der Mailingliste „WINBETA32DE“.

Allein in Deutschland gibt es nach Auskunft von AOL-Sprecher Alexander Adler rund 15.000 Betatester von AOL. Diese haben Gelegenheit, neue Software wie aktuell die AOL-Dienstsoftware 6.0 auszuprobieren. Fehler sollten sie nach Möglichkeit an das AOL Beta-Team berichten. Für ihre Mühen werden sie mit Freistunden belohnt. Die Auswahl der Betaster erfolgt relativ zufällig. Kunden werden gefragt oder bewerben sich selbstständig.

„Mit den verschickten Daten kann niemand was anfangen“, ist sich Adler sicher. „Es handelte sich ja nur um die E-Mail-Adressen unserer Kunden, nicht um deren tatsächlichen Namen oder persönliche Daten. Die sind durch einen technischen Fehler unseres List-Servers raus gegangen“. Die Gefahr, dass die Liste an Spammer weiterverkauft werden könnte, hält Adler für sehr gering: „Der Weiterverkauf wäre illegal und würde gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen. Zudem generieren Spammer ihre Daten meines Wissens über spezielle Robots und kaufen die nicht“.

Dem pflichtet der Vorsitzende der Anti-Spam-Vereinigung der Europäischen Union, die European Coalition Against Unsolicited Commercial Email (EuroCAUCE; www.euro.cauce.org), George Mills, im großen und ganzen bei: „Unter sicherheitstechnischen Aspekten ist der Vorfall sehr bedauerlich. Ein großer Provider wie AOL dürfte sich einen solchen Leichtsinn nicht erlauben“, erklärte er gegenüber ZDNet. „Aber für Spammer ist die veröffentlichte Liste eher ein kleiner Fisch. Die holen sich die E-Mails von AOL-Kunden aus Chatrooms oder kaufen sie sich in Millionen-Kontingenten.“

Erst vor wenigen Tagen hat AOL in den USA damit begonnen, seine eigenen Mails an Kunden speziell zu kennzeichnen (ZDNet berichtete), um sie von den für AOL-Kunden üblichen Spam-Mails zu unterscheiden. Doch das Problem Spam ist für AOL in Deutschland keins: „Ich habe bestimmt seit einem dreiviertel Jahr keine einzige Spam-Mail mehr bekommen“, beteuert Adler.

Kontakt:
AOL-Hotline Deutschland, Tel.: 01805/313164

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