Microsofts OEM-Streit beigelegt

"Wir haben nie gegen das Gesetz verstoßen"

Das Verfahren gegen Microsoft (Börse Frankfurt: MSF) wegen OEM-Versionen seiner Betriebssysteme hatte Ende Februar für großen Wirbel gesorgt, am Dienstag ist es jetzt beigelegt worden. Die beiden Parteien hatten sich unmitelbar vor dem Gerichtstermin geeinigt. Ein Vertreter von Microsoft verlas eine Erklärung, in der sich der Softwarehersteller verpflichtet, kein Betriebssystem zu vertreiben, das der Kunde nicht nach dem Austausch einer beliebigen Hardwarekomponente wieder zum Laufen bringen kann.

Hört sich komplizierter an, als es ist: Microsoft sucht seit Monaten nach einem Weg, die Entbündelung durch Großhändler zu unterbinden. Diese geben den Kunden oftmals selbst gebrannte Windows CDs sowie das Original-Handbuch des Betriebssystems mit dem Rechner auf den Weg. Für Microsoft handelt es sich hierbei um den Tatbestand des Raubkopierens.

Microsoft-Sprecher Tomas Jensen sagte gestern gegenüber ZDNet: „Wir stellen es den OEM-Partnern frei, ob sie den Kunden eine Recovery-CD zum Rechner mit dem aufgespielten Microsoft-Betriebssystem mitgeben.“ Der feine Unterschied ist: Das OS auf dem Rechner ist nicht bios-gelocked, sprich, an die Hardware gebunden. Wenn der Hardware-Händler dem Kunden eine Recovery-CD mitgibt, verlangt Microsoft aber, dass diese dem Rechner eindeutig über ein Bios-Lock zugeordnet werden kann.

Die einstweilige Verfügung, die Ende Februar erlassen wurde, verbot Microsoft, seine Betriebssysteme mit Bios-Lock zu vertreiben, da das OS dann beispielsweise nach dem Einbau eines neuen Prozessors nicht mehr funktioniert. „Diese Entscheidung wurde ohne mündliche Anhörung vor Gericht erlassen, insofern konnten wir uns jetzt zum ersten Mal erklären“, so Jensen. „Wir haben uns heute verpflichtet, ausschließlich Betriebssysteme zu verkaufen, die auch noch nach dem Austausch beliebiger Hardwarekomponenten funktionieren. Aber das war leicht, denn gegen diese einstweilige Verfügung haben wir ja nie verstoßen.“

Wer von seinem Händler keine Recovery-CD mitbekommt, kann laut Jensen über ein Backup mit Systemdateien eine Kopie des Betriebssystems ziehen.

Kontakt:
Microsoft, Tel.: 089/31760

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