Opto-Chip boostet Bandbreite

Problem: Der Prozessor kommt nicht nach

Wissenschaftler an den Universitäten von Washington und Southern California haben nach neunjähriger Forschungsarbeit neuen Chips im Wissenschaftsmagazin „Science“ vorgestellt. Die Modulator-Prototypen wandeln Licht, wie es in Glasfaserkabeln transportiert wird, in elektrische Signale um.

Modulatoren setzen eine Art von Signale in einen anderen Typ um. Beispielsweise übersetzt ein Modem (kurz für Modulator ? Demodulator) digitale Daten in analoge Signale, die über die Telefonleitung geschickt werden können. Bei der neuen Erfingung wandeln Chromophoren genannte organische Moleküle mit sehr hoher Geschwindigkeit Licht in elektrischen Strom um.

Während die Moleküle bei früheren Versuchen durcheinander gerieten, haben die Wissenschaftler die chemischen Strukturen jetzt mit einer Art plastischer Isolierung überzogen. Somit kann der Modulator nach Angaben der Wissenschaftler Signalraten von bis zu 100 GBytes/s in Spannungen von weniger als einem Volt umwandeln. Ein einziger Partikel des neuen Chip-Materials könne den gesamten Verkehr von Telefongesprächen, Computern, Fernsehen und Satelliten-Übertragung einer großen Firma verarbeiten, so die Wissenschaftler.

Während die Forscher angeben, dass die Chromophoren schon im Sommer in Gerätschaften der US Army und Air Force zur Anwendung kommen sollen, gibt es in der zivilen Welt zwei große Hindernisse: Zum einen kommen die Prozessoren bisher mit der gelieferten Datenmenge kaum nach. Es wird also dauern, bis die Chromophoren in unser aller Computer zum Einsatz kommen.

Zum anderen haben die Chip-Hersteller bisher große Summen in ihre Werke investiert. Auch wenn die neuen Chips billiger herzustellen sein sollen und angeblich so leicht wie Spray zu verarbeiten sind, bräuchten die Produzenten einen großen Anreiz, um auf die neue Technologie umzuschwenken. Allerdings stehen die Wissenschaftler nach eigenen Angaben bereits in Verhandlungen mit vielen großen Chipproduzenten.

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