Schröder strich IT-Studiengang

Rote Karte für Informatik in Hildesheim

Er wolle nicht alles anders, aber vieles besser machen, hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder bei seinem Regierungsantritt im Herbst 1998 verkündet. Dieser hehre Vorsatz gilt wohl auch für die aktuelle Diskussion um die „Greencards“: Auf der CeBIT 2000 kritisierte der Regierungschef den IT-Fachkräftemangel in der Bundesrepublik. Vier Jahre zuvor ließ Schröder als Ministerpräsident von Niedersachsen den Studiengang Informatik an der Uni Hildesheim schließen.

„Sogar die SPD-Abgeordneten unserer Region haben damals für ein Ende der Informatik an unserer Hochschule gestimmt, weil das Interesse angeblich zu gering war“, erklärte die Sprecherin der Uni Hildesheim, Iris Klaßen, gegenüber ZDNet. Ausgangspunkt sei die Sparrunde 1996 in Niedersachsen gewesen. Betroffen von der Schließung waren nach Klaßens Angaben rund 700 Studierende und fast 60 Angestellte der Hochschule. „Wir hatten dem Kultusministerium noch die Schließung der Sozialpädagogik vorgeschlagen, da diese bereits an der FH in Hildesheim vertreten war“, so Klaßen. Der Vorschlag wurde abgelehnt, in der Folge mussten Informatik-Studenten und Professoren an die benachbarten Universitäten wechseln.

„Die Uni Hildesheim hat daraufhin ein Normkontrollverfahren angestrebt und letztes Jahr recht bekommen: Bei der Schließung des IT-Studiengangs ist nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts die Existenzbedrohlichkeit nicht berücksichtigt worden“, erklärt die Sprecherin. Inzwischen seien aber der Abzug der Stellen und die Schließung der Studiengänge schon längst abgeschlossen.

Kontakt:
Uni Hildesheim, Tel.: 05121/8830

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