Microsoft wirft „Neptune“ über Bord

Konzern ordnet Betriebssysteme neu / Betriebssystem "Whistler" angekündigt

Einen Monat, nachdem Jim Allchin die Verantwortung für den Bereich Betriebssystem bei Microsoft (Börse Frankfurt: MSF) übernommen hat, ordnet der Konzern seine Windows-Sparte neu. Die wesentlichen Veränderungen: „Neptune“ wird über Bord geworfen, der neue Star heißt „Whistler“.

Eigentlich hatte das Unternehmen eine für den Consumer-Bereich gedachte Version von Windows geplant, die auf dem NT-Kernel basierte und mit dem Codenamen „Neptune“ versehen worden war. Nun ist an eine kombinierte Consumer-/Business-Version des Betriebssystems mit dem Codenamen „Whistler“ gedacht.

Microsoft selbst bezeichnet „Whistler“ als „die nächste Version von Windows“. Die Idee, alle Betriebssysteme auf einem NT-Kernel laufen zu lassen, ist nicht neu. Microsoft diskutiert diese Möglichkeit selbst seit rund drei Jahren. Der einfache Grund: Es ist effektiver und preiswerter, die Betriebssysteme auf einem einzigen Kernel und nicht wie jetzt, auf einem für NT und 9x aufzubauen.

Das Unternehmen bestätigte lediglich des Codenamen „Whistler“, äußerte sich aber nicht zu Erscheinungsdatum oder Features. Unternehmensnahe Quellen gehen aber davon aus, dass Interface und einzelne Komponenten von „Neptune“ übernommen werden sollen.

In punkto Betriebssystem hat der Software-Konzern in den letzten Monaten einen wechselvollen Kurs gefahren: Nachdem im letzten Frühjahr klar geworden war, dass die eigenen Zielvorgaben unhaltbar waren, entschied sich Microsoft, auf Windows 98 SE direkt ein Betriebssystem, das auf dem NT-Kernel basiert, folgen zu lassen.

Darauf folgte die Ankündigung einer neuen Version von Windows, Codename Millennium. Dessen Beta-3-Version soll in den nächsten Wochen an die Tester ausgeliefert werden, der Verkauf beginnt voraussichtlich im Sommer.

Zur gleichen Zeit verkündete Microsoft, seine Entwickler würden an einer auf dem NT-Kernel basierenden Consumer-Version von Windows mit dem Codenamen „Neptune“ arbeiten. Mit dieser Version sei frühestens 2001 oder 2002 zu rechnen, hieß es damals.

Über technische Details von Windows 2000 und den aktuellen Stand der Entwicklung konkurrierender Betriebssysteme informiert ein umfangreiches ZDNet-Special.

Kontakt:
Microsoft, Tel.: 089/31760

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