TU Dresden: Mobilfunk-Simulator für Zukunftsnetze

Software soll bei der Entwicklung störsicherer Netze helfen / Vorstellung auf CeBIT 2000

Einen Software-Simulator, der die Planung von störsicheren Mobilfunknetzen der Zukunft erleichtern soll, wollen Forscher der Technischen Universität Dresden im kommenden Frühjahr auf der Computermesse CeBIT 2000 vorstellen.

Hintergrund ist der anhaltende Mobilfunk-Boom, der künftig nicht nur von Telefongesprächen bestimmt wird, sondern zunehmend auch von der Datenübertragung, beispielsweise beim drahtlosen Internet-Zugang oder bei Ortungs- und Navigationssystemen für das Auto. Der weitverbreitete GSM-Standard (Global System for Mobile Communications) ist den steigenden Datenmengen auf Dauer nicht gewachsen. Daher versuchen die Netzbetreiber, ihre Frequenzen an die neuen Bedürfnisse anzupassen. Ein großes Problem dabei sind Störungen, die auftreten, wenn auf einer Frequenz gleichzeitig mehrere Verbindungen übertragen werden, die sich dann gegenseitig beeinflussen (Interferenz).

„Das Ende der Entwicklung ist noch nicht erreicht“, konstatiert Professor Gerhard Fettweis vom Mannesmann-Mobilfunk-Stiftungslehrstuhl der Technischen Universität Dresden: „Viele Menschen werden über mehrere drahtlose Kommunikationsgeräte verfügen wie ein Smart-Phone, einen Laptop und den im Auto integrierten Fahrzeugcomputer.“

Die Forscher nutzen ein allgemeingültiges Funknetz-Modell, das sich entsprechend den jeweiligen Anforderungen modifizieren läßt. Die objektorientierte Software arbeitet auf der Basis von C++, Java und Ptolemy, einem ereignisgesteuerten Simulatorkern, der an der kalifornischen Berkeley-Universität entwickelt wurde.

Die Dresdner Software soll etwaige Probleme nicht erst nach Auswertung der Daten, sondern durch dynamische Modellierung bereits während der Simulation sichtbar machen: „Durch die Online-Animation kann der Anwender direkt verfolgen, was im Modell des Funknetzes passiert, wie Problemsituationen entstehen und sich auswirken“, erklärt Fettweis. Darüber hinaus entsteht an seinem Lehrstuhl derzeit eine Dissertation, die sich mit der Parallelisierung der Simulation beschäftigt, um aufwendige Untersuchungen zu beschleunigen.

Im Rahmen der CeBIT 2000, die vom 24. Februar bis 1. März 2000 in Hannover stattfindet, wollen Fettweis und seine Arbeitsgruppe den Simulator präsentieren (Halle 16, Stand B23).

Kontakt:
TU Dresden, Mannesmann-Mobilfunk-Stfitungslehrstuhl, Tel.: 0351/4636909

Themenseiten: Hardware

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu TU Dresden: Mobilfunk-Simulator für Zukunftsnetze

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *