Messenger-Krieg: Schmutzige Tricks von Microsoft

Angestellter gibt sich als Berater aus und versucht, AOL anzuschwärzen

Microsoft bestätigte, daß sich ein Angestellter des Softwarekonzerns als Mitarbeiter eines Beratungsinstitutes ausgegeben und so versucht hat, den Internet-Dienst AOL (Börse Frankfurt: AOL) anzuschwärzen. Der Angestellte habe jedoch auf eigene Faust gehandelt, man distanziere sich ausdrücklich von diesem neuen Kapitel im sogenannten Messenger-Krieg zwischen Microsoft und AOL.

Der fragliche Microsoft-Angestellte schickte als „Phil Bucking von Bucking Consulting“ eine E-Mail an den Chef von Phar Lap Software, Richard Smith. Dieser hat sich als Viren- und Bug-Jäger weltweit einen Namen gemacht, gerade Microsoft-Produkte wie Windows 98 oder Office nahm er wiederholt unter die Lupe.

In der Mail behauptet der Mann, AOL habe in seinem Chattool Instant Messenger einen „Buffer Overflow Exploit Error“ eingebaut. Dieser Befehl gebe AOL die Möglichkeit festzustellen, ob Anwender den firmeneigenen Messenger oder das Microsoft-Konkurrenzprodukt einsetzen. So könne AOL Fremdregistrierungen ausschließen.

Smith hatte aber aufgepaßt und Namen und Firmenadresse überprüft. Als sich beide nicht identifizieren ließen – es gibt keine Bucking Consulting – verfolgte er die Mail an ihren Ursprung zurück: Sie stammte zweifelsfrei aus den Reihen des Microsoft-Personals.

Der Krieg zwischen AOL und Microsoft hatte seinen Ursprung in einer von AOL nicht erwünschten Verbindung des frisch veröffentlichten Microsoft-Messenger-Service mit der AOL-Software Instant Messenger. Nutzer des Microsoft-Programms sollten den AOL-Messenger-Nutzern Nachrichten und Telegramme schicken können. Zuvor mußten sie aber beim MSN-Programm ihre AOL-Screennamen und Paßwörter eingeben. AOL veränderte sein System daraufhin so, daß die Verbindung unmöglich wurde.

Kontakt: AOL-Hotline Deutschland, Tel.: 01805/313164; Microsoft, Tel.: 089/31760

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