Neuer Pauschaltarif geht in die Hose

Jeder kann beim Provider "Internet Professionell" persönliche Daten einsehen

Große Sprüche sind Internet-Nutzer mittlerweile gewohnt. Erst wollte Mobilcom
mit seinem legendären 77-Mark-Internet-Pauschaltarif glänzen, der wegen
angeblicher „Zugangs- und Performanceprobleme“ Mitte Januar vom Netz ging.
Jetzt hat das Bremer Unternehmen „Internet Professionell“ den Mund zu voll
genommen. Nicht zu verwechseln ist das Angebot des Service-Providers mit der
gleichnamigen Zeitschrift aus dem Ziff-Davis-Verlag, der auch ZDNet betreibt.

Ein Nutzer meldete heute mittag ZDNet, er habe sämtliche Benutzerdaten,
inklusive der Kontoverbindungen und Passwörter heruntergeladen. Die Liste liegt
ZDNet vor. Die Daten lagen ungesichert in einer Textdatei auf dem Server des
Providers. Wegen der Sicherheitsmängel hat der Bremer Provider deshalb seinen
Server vom Netz genommen.

Vorher hatte das Unternehmen mit dem Spruch geworben: „Erleben Sie eine noch
nie dagewesene Art des Internet-Zugangs.“ Das Unternehmen wollte für 149 Mark
im Monat einen unbegrenzten Zugang ermöglichen. Wer nur zwischen 19 und 7 Uhr
surfen wollte, sollte 99 Mark bezahlen. Dazu gibt es fünf E-Mail-Adressen und
eine Faxnummer.

Doch damit nicht genug, der Andrang der Kunden scheint bereits jetzt zu groß zu
sein. Der Provider bittet auf seiner Homepage deswegen „um etwas Geduld“.
„Leider kommt es aufgrund der erhöhten Nachfrage zu Verzögerungen.“

Seltsam auch: Aus der Liste der Hops, die man durch einen Traceroute auf die
Homepage erhält (Windows: tracert www.internet-professionell.com), kann man
entnehmen, daß der Webserver des Internet-Providers an der Universität Bremen
steht.

Den Geschäftsführer des Unternehmens konnte ZDNet nicht erreichen. Die Leitung
war dauerbesetzt.

Kontakt: Internet Professionell, Tel.: 0421/2438822

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