Compaq macht Verlust

Laufendes Quartal wird negativ / Börse muß sich auf Eiszeit einstellen

Der Computerriese Compaq (Börse Frankfurt: CPQ) hat erneut eine Warnung ausgegeben – diesmal eine weitaus drastischere als vor drei Monaten, als das Unternehmen erstmals Gewinnschwächen mitteilte: Compaq-Chef Ben Rosen sagte, er rechne mit einem Minus von bis zu 15 Cent je Aktie für das laufende Quartal. Analysten hatten mit 20 Cent plus gerechnet.

„Die operationalen Schwierigkeiten, die Compaq im ersten Quartal beeinträchtigt hatten, haben sich fortgesetzt“, kommentierte Rosen die Katastrophe, die bereits die Börsen der Welt in Mitleidenschaft gezogen hat. So erstickte die Warnung den beginnenden Höhenflug der Siemens- und Fujitsu-Aktien im Keim. Das Siemens-Papier war nach Bekanntgabe der Zusammenarbeit mit dem japanischen Konzern auf über 73 Euro geklettert, sackte aber nach der Compaq-Meldung umgehend auf um die 70 Euro ab.

Analysten zeigten sich geschockt von der Warnung. Compaq ist die Nummer eins der PC-Branche. Wenn die Nummer eins keinen Gewinn macht, wer dann, fragen sich die Anleger und ziehen sich aus diesem Bereich zurück.

Mitte April hatte Compaq überraschend mitgeteilt, daß der Firmenchef Eckhard Pfeiffer und der Finanzchef Earl Mason zurückgetreten sind. Das geschah nur wenige Tage, nachdem der PC-Produzent seine Anteilseigner bereits zum zweiten Mal vor einer nur mäßigen Gewinnausschüttung für das erste Quartal des Geschäftsjahres 1999 gewarnt hatte.

Der Compaq-Vorstand erklärte damals, die kommissarische Leitung des Konzerns werde nun vom Vorstandsvorsitzenden Benjamin Rosen und den Vorständen Frank Doyle und Robert Enloe übernommen. Rosen hatte das Unternehmen 1982 mitbegründet und fungiert seitdem als Vorstandsvorsitzender. Pfeiffer hatte nach seiner Machtübernahme Mitte der 90er Jahre Compaq zur Nummer Eins der PC-Industrie gemacht, dennoch zeigte sich Rosen nicht zufrieden mit seiner Arbeit.

Zwei Tage später kündigte der neue alte Compaq-Chef an, die verschiedenen Bereiche des Unternehmens zusammenführen zu wollen. Die Erneuerung des weltgrößten PC-Herstellers könne nur über „Integration“ stattfinden. Danach wolle er den Umbau hin zu einer Internet-Firma in Angriff nehmen.

Kontakt: Compaq, Tel.: 089/99330

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