Kinkel berät Deutsche Telekom

Ex-Monopolist gehört zum Großteil immer noch dem Staat

Jetzt kann ja nichts mehr schief gehen! Die Deutsche Telekom hat den ehemaligen Bundesaußenminister Klaus Kinkel als Berater angeheuert. Wie erst jetzt mitgeteilt wurde, steht der Bundestagsabgeordnete dem Ex-Monopolunternehmen bereits seit dem 1. März dieses Jahres zur Seite.

Speziell werde Kinkel die Telekom in internationalen Fragen beraten, so ein Konzernsprecher. Seine Einflüsterungen gehen demnach direkt an den Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer und den Vorstand International, Jeffrey Hedberg.

Die Deutsche Telekom genießt als ehemaliger Staatsbetrieb nach wie vor das Wohlwollen der Spitzenpolitiker. Da die Bundesrepublik noch immer der größte Anteilseigner an der Telekom ist, versuchen die jeweiligen Regierungen dem Unternehmen – sagen wir mal – nicht zu schaden.

So warnte erst im November vergangenen Jahres der parteilose Bundeswirtschaftsminister Werner Müller die Telekom, daß die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post für die sogenannte „letzte Meile“ lediglich eine Durchleitungsgebühr von 24,80 Mark im Monat erlauben wird. Die Telekom, die 47,26 Mark gefordert hatte, zog daraufhin ihren Antrag kurzfristig zurück.

Im April vergangenen Jahres, also noch vor dem Regierungswechsel, warnte der Staatssekretär im Bonner Finanzministerium Jürgen Stark (CDU), daß die Deutsche Telekom in ihrem Fortbestand ernsthaft gefährdet sei. Schuld daran seien die Weisungen der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation zum Beispiel zur Senkung der Gebühren für Kabelanschlüsse. Finanzminister Theo Waigel (CSU) forderte im Mai 1998 Wettbewerbserleichterungen für den Ex-Monopolisten.

Kontakt: Deutsche Telekom, Tel. 0228/1810

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