FTC-Chef erklärt das Kartellverfahren gegen Intel

Behörde will belegen, daß die Prozessorschmiede mit geistigem Eigentum monopolistisch verfährt

Die Frage ist: Hat Intel (Börse Frankfurt: INL) seine monopolähnliche Stellung auf dem Chipmarkt dazu genutzt, geistiges Eigentum herauszupressen? Oder hat das Unternehmen ganz legal die in der Branche üblichen harten Bandagen eingesetzt? Das will die amerikanische Kartellbehörde Federal Trade Commission FTC ab 9. März klären.

In einem Interview mit einem US-Pressedienst legte der Chef der Behörde, William Baer, seine Motive dar: Sein Amt werde beweisen, daß Intel seinen Kunden und direkten Konkurrenten Produkte und Baupläne vorenthalten habe, um sie in einer wirtschaftlicher Abhängigkeit von den eigenen Chips halten zu können.

Dieser Vorwurf geht zurück auf eine Auseinandersetzung von Intel mit Intergraph, die 1993 ihren Anfang genommen hatte. Nach Angaben des Intergraph-Chefs Jim Meadlock hat sein Unternehmen bereits 1993 Intel die kostenlose Nutzung eines Patentes verweigert. Das Patent diente zur Definition des Cache Memory Management von Prozessoren. Daraufhin habe der Chip-Gigant Intergraph immer wieder angegriffen. Intergraph bezieht für seine Workstations, PCs und Server die CPUs von Intel, erhielt aber nach eigenen Angaben weder technische Informationen noch Chip-Prototypen.

Neben Intergraph führt die FTC noch Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht in der Beziehung zu Digital Equipment und Compaq auf. Intel habe die Geschäftsbeziehungen zu den beiden nun fusionierten Unternehmen drastisch verschlechtert, nachdem beide sich geweigert hatten, Patentrechte an den Chiphersteller abzutreten.

Kontakt: Intel, Tel.: 089/991430

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