Im Dimension 8300 kombiniert Dell die neueste Technik von Intel (Hyperthreading-CPU und „Canterwood“-Chipsatz 875P) und ATI (Radeon 9800 Pro). Dazu kommen aktuelle Laufwerke, darunter ein DVD+RW-Brenner von NEC. Kann so ein Gerät im Test überhaupt durchfallen?

Leistung


Die Leistung des Dimension 8300 ist so gut wie vermutet. Im Office-Test hängt der P4 mit dem schnelleren Bus und Speicher endlich auch die in diesem Bereich tendenziell stärkeren Athlon-CPUs ab. Multimedia-Applikationen sind speicherintensiver als Bürosoftware: Entsprechend ist der P4 mit schnellerem Speicher in diesem Test noch schneller als bisher. Weitere Zuwächse ergeben sich durch Anwendungen, die Hyperthreading unterstützen oder die parallel laufen.


(Dies entspricht natürlich auch in etwa den Laborergebnissen von ZDNet TechExpert, wo die Intel-Chipsätze 865P und 875P vergleichen wurden.)


Auch im Grafik-Test 3DMark 2003 liegt der Rechner auf einem Spitzenplatz – garantiert ohne jede Optimierung der Grafikkarte, handelt es sich doch um eine Radeon 9800 Pro. Allerdings sind die Ergebnisse in Spiele-Tests hochgradig von der Grafikkarte abhängig. Den Chipsatz kann man für dieses hervorragende Ergebnis kaum verantwortlich machen.


Der Onboard-RAID-Controller (Redundant Array of Independent Disks) des 875P-Chipsatzes wird von Dell bewusst nicht genutzt: Die in den US-Labs getestete Performance sei nicht so, wie man sich das vorstelle. Wer RAID nutzen möchte, muss bei Dell eine Konfiguration inklusive Promise-RAID-Controller wählen, die (bei 240 GByte Speicherplatz) etwa 200 Euro mehr als das Testsystem kostet. Was RAID an zusätzlicher Geschwindigkeit bringt, erläutert ZDNet TechExpert anhand von Testergebnissen.


Ausstattung


Nicht nur die Leistung glänzt bei Multimedia, auch die Ausstattung mit dem Kernstück, dem DVD+RW-Laufwerk von NEC, das DVD-Rohlinge mit vierfacher Geschwindigkeit und wieder beschreibbare DVD+RWs mit 2,4facher Geschwindigkeit beschreibt. Ein DVD/CD-Leselaufwerk gibt es zusätzlich, was die Laufwerke schont und beim Kopieren zusätzliche Geschwindigkeitsvorteile bietet.


Die 120 GByte Speicherplatz auf der Seagate-Festplatte sollten auch für Multimeda-Nutzer eine Weile reichen. Schließlich kann man auf CD oder DVD Backups anlegen. Für den flotten Turnschuh-Austausch ist auch eine Floppy-Disk eingebaut, nicht jedoch ein Modem. Wer DSL oder Kabelanschluss besitzt, und davon geht Dell bei diesem Highend-System wohl aus, wird weder IDSN-Karte noch Modem benötigen, sondern lediglich den Fast-Ethernet-Port, der vom Chipsatz her ohnehin vorgesehen ist.


Dank eingebauter digitaler Soundkarte (Creative Audigy) bietet der Rechner digitalen Sound; zum Standard-Lieferumfang gehören allerdings nur Stereo-Boxen. Die anderen drei PCI-Slots sind noch frei. Auch eine zweite Festplatte könnte man einbauen.


Design


Wie üblich bei Dell: Das Design ist funktionell herausragend; jede Festplatte, jede PCI-Karte kann ohne Werkzeug gewechselt werden. Auch das Gehäuse öffnet sich per Druck auf Ober- und Unterseite. Die Eleganz mancher kompakten Metallgehäuse erreicht das Plastik natürlich nicht.


Das Gehäuseinnere ist geräumig, handelt es sich doch um einen Tower, und sauber aufgeräumt. Alle Komponenten lassen sich gut erreichen; scharfe Kanten gibt es nicht. Die Ausstattung an der Vorderseite entspricht mit zwei USBs und Mikrofon- sowie Kopfhöreranschluss dem Üblichen.


Benutzerfreundlichkeit


Ein gutes, gedrucktes Handbuch gehört heute nicht mehr zu jedem PC. Das Dell-Benutzerhandbuch mit 130 Seiten in etwas größerem Format als DIN A5 muss ausreichen. Wem hier Informationen fehlen, der muss in der elektronischen Version nachschlagen.


Die CDs mit Treibern und Software sind verständlich beschriftet. Dell installiert die komplette Software vor; die optionale „Systeminstallation“ zu 127 Euro wäre ein Vor-Ort-Service, bei dem ein Techniker ins Haus kommt, den PC mit allen vorhandenen Netzen (Strom, Daten) und Komponenten verbindet und so die Funktionsweise sicherstellt. Von dieser Option des Bestellsystems sollte man sich also nicht irritieren lassen.


Service und Support


Der Support auf der Dell-Website ist umfassend. Davon profitieren sowohl die Kunden als auch Dell selbst (durch weniger Support-Anfragen). Man kann sogar eine personalisierte, Passwort-geschützte Support-Seite anlegen, die dann etwa die aktuellen Treiber zum Download anbietet.


Dell empfiehlt für den Dimension 8300 eine Garantie mit 3 Jahren Vor-Ort-Service. Wer darauf verzichten will, spart derzeit fast 130 Euro. Die Preisangabe dieses Artikels rechnet allerdings den vollen Support mit ein.


Ein Preis über 2000 Euro für ein gut ausgestattetes Multimedia-Komplettsystem ist angesichts dieser Garantie akzeptabel. Auch wer weniger Ausstattung braucht, aber eine möglichst langlebige Plattform sucht, ist mit dem 8300 gut beraten. Mit Schnäppchen-PCs aus dem Elektro- oder Supermarkt darf man den Rechner natürlich nicht vergleichen: Dell verwendet einen teuren, hochwertigen Chipsatz mit ebensolchen Komponenten.


Schade ist nur, dass Dell meint, beim RAID-Controller den Kunden bevormunden zu müssen. Möglicherweise gibt es allerdings gute Gründe dafür, und Dell fürchtet wegen eines wenig effektiven RAID-Controllers ein erhöhtes Supportaufkommen? ZDNet wird deshalb das Onboard-RAID der neuen Intel-Chipsätze demnächst im Labor untersuchen.


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