Zukunft ohne Kabel

Angesichts der vielfältigen Optionen zur drahtlosen Vernetzung stellt sich natürlich die Frage, auf welches Pferd man setzen soll. Die Antwort: die richtige Mischung machts.

Drahtlose Technologien bieten ein großes Potenzial, den Arbeitsalltag zu erleichtern. Vor allem mobile Nutzer profitieren von erhöhter Flexibilität, die sich direkt in gesteigerter Effizienz niederschlägt. Für Unternehmen stellt sich jedoch die Frage, in welche Technologie mittel- oder langfristig investiert werden soll. Die Antwort darauf ist nicht leicht, da jedes der momentan auf dem Markt befindlichen Systeme seine spezifischen Vor- und Nachteile hat. Anhand einfacher Regeln lässt sich jedoch schnell eine Entscheidungshilfe ableiten.

Der Mitarbeiter unterwegs

Für mobile Anwender, die beispielsweise vom Hotel aus Kontakt zur Firma aufnehmen müssen, ist vor allem Entlastung von der Technik von Bedeutung. Dies bedeutet zunächst ein Abbau des Kabelsalats, den der Geschäftsreisende heute noch mit sich schleppen muss. Hier noch auf Infrarot-Technik zu setzen, ist vergebene Liebesmühe. Neue Technologien wie Bluetooth sind da deutlich flexibler, sind sie doch nicht auf Sichtverbindung zwischen den Geräten angewiesen. Dazu kommt, dass Bluetooth bereits offen für neuartige elektronische Hilfsmittel ist, wie sie in den nächsten Monaten und Jahren verstärkt auf den Markt kommen sollen.

Als weiteren Pluspunkt kann Bluetooth die bereits weitgehende Integration von Methoden zur Arbeitserleichterung verbuchen. Als Beispiele seien hier nur die weitgehend automatisierte Kommunikation zwischen den Devices sowie der selbständige Datenabgleich genannt. Dank der niedrigen Implementationskosten ist außerdem damit zu rechnen, dass die Industrie diese Technologie zunehmend in neue Generationen von Notebooks, Mobiltelefonen, PDAs und anderer Devices integriert. Bluetooth wird also bald ebenso selbstverständlich in den Arbeitsgeräten mobiler Anwender zu finden sein, wie heute Infrarot-Technik. Entsprechend entfallen Zusatzkosten zur Implementierung der Technologie durch das Unternehmen, was sich günstig auf die Total Cost of Ownership auswirkt.

Das Home-Office

Gerade wegen der zunehmenden Verbreitung von Bluetooth in unterschiedlichen Geräten ist die Technologie auch für das Home-Office interessant. Die derzeit bereitgestellte Datenrate reicht aus, um selbst DSL-Router mit vernünftigem Durchsatz anzusteuern. Lediglich in komplexeren Umgebungen, beispielsweise an Heimarbeitsplätzen mit mehreren Rechnern, ist der Einsatz von WLAN-Technik sinnvoll. Hier können sich die beiden Systeme sogar gut ergänzen: Schmalbandiger Datenabgleich erfolgt per Bluetooth, aufwändigere Datentransfers wickelt das WLAN ab.

Bei der WLAN-Technologie ist zumindest für den Moment noch der Variante 802.11b der Vorzug zu geben. Schnellere Systeme nach IEEE 802.11a sind derzeit zu dünn gesät, die Akzeptanz seitens der Industrie noch nicht sicher. Bei einem Preispunkt von etwa 500 Mark für Einstiegslösungen ist WLAN-Technik mittlerweile auch günstig genug, um im Home-Office dank gesteigerter Effektivität schnell zu einem guten Return on Investment zu führen.

Die Office-Umgebung

Im Unternehmen selbst gilt das selbstverständlich genauso. Durch den punktuellen Einsatz von WLANs an strategischen Punkten lassen sich viele Arbeitsabläufe optimieren. In Bereichen, die nur sporadischen Datenabgleich erfordern, kann auch im Unternehmen auf Bluetooth gesetzt werden. Ein direkter Umstieg auf diese Technologie ist allerdings nicht empfehlenswert. Dank natürlicher Auslese – dem Tausch überalteter Geräte durch neue Modelle – wird Bluetooth mehr oder weniger automatisch Einzug ins Unternehmen halten.

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