Die IT-Prioritätenliste der CIOs

Laut jüngeren Untersuchungen von Merrill Lynch, Morgan Stanley und anderen werden zwar technologiebedingte Ausgaben steigen, doch bleiben die Erhöhungen von IT-Etats weiterhin bescheiden - bestenfalls bei 3 bis 5 Prozent.

Vor diesem Hintergrund unterhielt ich mich mit CIOs und IT-Managern über ihre Prioritäten in dieser von Rezession und stagnierenden Etats geprägten Post-Dot-Com-Ära. Ihre Antworten habe ich in vier Gruppen zusammengefasst.

Senkung von IT-Kosten
Es ist richtig, dass Firmen ihre Ausgaben reduzieren und ihre Leistungsfähigkeit mit Konzepten wie der Konsolidierung des Rechenzentrums erhöhen, doch gehen kreative CIOs einen großen Schritt weiter. Ein IT-Manager sprach davon, diese schlechten Zeiten zur Entwicklung von Webservices zu nutzen, damit IT schneller Anwendungen liefern und gleichzeitig wiederverwendbare Softwarekomponenten entwickeln kann. Ein anderer CIO redete davon, preisgünstige IP-Alternativen wie z.B. VPNs zum Ablösen von Frame-Relays und Internet-Telefonie (VoIP) als Ersatz für den Standardfernsprechdienst zu erforschen. Ein Vizepräsident erwähnte den Einsatz von Citrix-Servern zur Senkung der Kosten für die Installation, Lizenzierung und das Management von Desktop-Anwendungen. Ein weiterer teilte mir mit, dass seine Firma im Begriff sei, Notebooks durch eine Kombination aus regulären PCs und Blackberry-Geräten zu ersetzen, da nach ihren Erkenntnissen die einzige Anwendung, an der ihren Außendienstlern etwas liegt, die E-Mail-Fähigkeit sei.

Zwar ist jede Situation anders, doch sehe ich einige gemeinsame Gedankengänge auf allen diesen Prioritätenlisten. Es sind keine „Luftschloss“-Projekte zu finden – im Gegenteil, jeder Aufwand basiert auf einer gründlichen Untersuchung der Geschäftserfordernisse, verfügbarer technologischer Möglichkeiten und ROI-Berechnungen. Mit anderen Worten, Technologie wird als Mittel zum Zweck angesehen (Reduzierung von Kosten) und nicht als Selbstzweck (Einsatz toller Technologien).

IT wird zum Service für das Unternehmen
Wir hatten das bereits früher zu Ohren bekommen, doch scheint es hier nun reellen Fortschritt zu geben. Im Gegensatz zum Rummel ca. 1999, als IT-Services nichts anderes als den Einbau einiger nicht ausgereifter Management-Tools bedeuteten, sehen CIOs nun die IT-Organisation, den Betrieb und die Technologieinfrastruktur als Ganzes.

Neue Projekte sind im Gespräch, so z.B. das Erstellen einer gemeinsamen Anwendungsintegrationsschicht, um die Systementwicklung zu beschleunigen, oder der Einsatz vernetzter Speichertechnologien, um einen gemeinsamen Speicherpool aufzubauen, der für mehrfache Geschäftsbereiche freigegeben werden kann. Eine weitere tiefgehende Veränderung ist innerhalb der IT-Organisation selbst zu finden – CIOs wandeln herkömmliche horizontale Netz-, Anwendungs- und Systemgruppen in funktionsübergreifende Teams um, die für kritische Geschäftsanwendungen verantwortlich sind.

Manche IT-Abteilungen unterstützen diesen organisatorischen Übergang mit einer entsprechenden Änderung in puncto Vergütung und verbinden IT-Prämien mit der Bereitstellung von Service-Levels. Das befindet sich noch in einer frühen Phase, doch heben diese organisatorischen Veränderungen die Moral, fördern das bereichsübergreifende Training und verbessern den gelieferten Service.

 

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