Lotus Notes gegen Microsoft Exchange

Sowohl IBM/Lotus als auch Microsoft haben kürzlich neue Versionen ihrer Groupware-Suites - Notes/Domino und Exchange - auf den Markt gebracht. Beide setzen mit den neuen Produkten auf einer Verbesserung der Zusammenarbeit im Unternehmen. Der Test nimmt beide Angebote unter die Lupe.


10. September 2003

Produkte wie Lotus Domino und Microsoft Exchange bilden die Grundlage für Collaboration, E-Business und Messaging im Unternehmen. Ihr Design ist auf Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit, Interoperabilität und Performance ausgelegt und umfasst eine Reihe von Tools für erhöhte Stabilität und vereinfachte Verwaltung von Systemen.

Kurzum, diese Produkte unterstützen die Aufstellung von Richtlinien, die Verwaltung großer E Mail-Mengen, Spam-Filtering sowie die Archivierung von E-Mails. Ihr Leistungsumfang umfasst Bausteine zur Einrichtung von Arbeitsbereichen und Diskussionsforen für laufende Projekte, um Dokumente von weltweit verteilten Mitarbeitern in Echtzeit gemeinsam zu nutzen. Sie bieten Instant Messaging zu Mobiltelefonen und drahtlosen PDAs. Und sie sind auch in der Entwicklung einsetzbar. So lassen sich für automatisierte Business-Prozesse und zur Steigerung des Workflows rasch über mehrere Plattformen hinweg ausgeführte Anwendungen erstellen oder Web-basierte Standards zur Schaffung von E-Commerce-Lösungen kombinieren.

Der wahre Wettstreit zwischen Lotus und Microsoft findet nicht mehr allein im Bereich der E-Mail- oder Kalender-Funktionen statt. Er wird jetzt in Entwicklungsumgebungen ausgefochten, in denen Mitarbeiter auf Projektebene zusammenarbeiten können – SharePoint von Microsoft sowie QuickPlace und Sametime von Lotus. Auch im Bereich schneller Anwendungsentwicklung ringen die beiden Softwarehersteller um die Gunst der Kunden, die mit den Angeboten individuell konzipierte Anwendungen zur Zusammenarbeit für ihre Mitarbeiter erstellen können.

Plattformen

Während Microsoft Exchange speziell für Windows 2003 Server ausgelegt ist, unterstützt Lotus Domino die meisten großen Server-Plattformen wie Linux, Windows 2000 Server, IBM iSeries (AS/400), IBM zSeries (S/390), IBM pSeries (AIX) und Solaris. Domino von Lotus bietet also eine breite Plattformunterstützung, die man bei Microsoft Exchange vermisst.

Web- und E-Mail-Funktionen

Beide Suites besitzen einen integrierten Webserver. Microsoft Exchange verwendet den Internet Information Server (IIS). Web-basierte Anwendungen können mit der Comprehensive Object Library (CDO) erstellt werden. Die CDO von Exchange 2003 enthält eine verbesserte Kalender- und Kontaktverwaltung sowie eine duale Schnittstelle für die Programmierung in C++, Microsoft Visual Basic, Visual Basic Scripting Edition, Java Script und Java.

Für den Mail-Austausch unterstützt Exchange Server die Protokolle SMTP/POP3, IMAP sowie das proprietäre MAPI-Format von Microsoft. Die Software funktioniert am besten in Verbindung mit Microsoft Outlook. Ein Outlook Web Access-Client bietet für den entfernten oder gelegentlichen Zugriff einen soliden Web-Zugang.

Der Webserver unter Domino ist dagegen eng in das Domino-Paket eingebunden, basiert jedoch auf Apache. Zur Entwicklung und Pflege von Lotus Domino-Anwendungen steht der Lotus Domino Designer 6 zur Verfügung. Zu den neuen Features zählen JavaScript-Bibliotheken, Document Locking, flexiblere Agentensicherheit, entferntes Debugging sowie Tools für XML und Rich-Text. Auch auf bereits bestehenden Plattformen können mithilfe üblicher Programmierstandards wie LotusScript, Java Runtime Environment (JRE), JavaScript, HTML, XML, C-APIs, CORBA, COM und objektorientierter Programmierung Anwendungen entwickelt und implementiert werden.

Die beiden primären E-Mail-Dienste unter Lotus Domino sind iNotes und POP3. Mit iNotes können E-Mail-Konten über einen Web-Browser (iNotes) oder einen POP3-Client abgerufen werden. Der POP3-Mail-Dienst ermöglicht den Zugang auch über die üblichen Mail-Clients wie Outlook Express oder Eudora. Dennoch arbeitet Lotus Domino zusammen mit dem Notes-Client am besten, weshalb man für eine optimale Performance des Lotus Domino-Servers nach Möglichkeit Notes verwenden sollte.

Die Wahl des passenden Produkts fällt mitunter nicht leicht. Dabei müssen Faktoren wie die Unternehmensgröße, die Frage, ob eigene Anwendungen entwickelt werden sollen, die Infrastruktur des Netzwerks sowie das Budget berücksichtigt werden.

Als Entscheidungshilfe seien hier einige Features von Lotus Domino und Exchange Server vorgestellt, einschließlich der zusätzlichen Bausteine, die sie zu voll ausgestatteten Collaboration-Suites machen.

Themenseiten: Business-Software, Software

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Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Lotus Notes gegen Microsoft Exchange

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  • Am 2. Oktober 2003 um 8:56 von Duran

    Spam-Filter
    Eine Frage ist mir aber noch offengeblieben…

    Spam-filter: lässt der sich zentral von der Administration aus steuern oder muss ihn jeder lokal einrichten?

    Vielen Dank für Rückantwort

  • Am 11. November 2004 um 14:34 von John

    SPAM FILTER AUF DOMINO
    Der Spamfilter lässt sich zentrale einrichten und administrieren.

  • Am 16. November 2004 um 12:05 von Extase 2004

    Wie hoch sind die Kosten wirklich?
    Wie hoch sin die Kosten für ca. 2000 Client’s, und die für den Betrieb notwendigen Server auf 3 Jahre?

    Diese Anzahl ist aus der Luft gegriffen, jede ander Menge ist ebenfals denkbar!

    Kaufen ist eine Sache, betreiben eine ganz andere.
    Support, Schulungen, laufende Kosten sind ganz wesendliche Punkte, und fast immer das "Aus" für scheinbar bessere Produckte!

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