Immer mehr Hacker-Angriffe auf Linux

Hacker haben es zunehmend auf Webserver mit dem Betriebssystem Linux abgesehen, während die Zahl der erfolgreichen Angriffe auf Windows-Systeme zurückgeht, so ein neuer Bericht des britischen Systemintegrators Mi2g.

Die Studie kommt außerdem zu dem Schluss, dass die Zahl erfolgreicher Angriffe auf die Websites britischer und US-amerikanischer Regierungsstellen zurückgegangen ist, was an der verschärften Gesetzgebung und verbesserten Sicherheitsfunktionen liegen könnte.

Früher richteten sich die Aktivitäten von Hackern und Virus-Autoren vorwiegend gegen die Windows-Plattform, da diese aufgrund ihrer marktführenden Position im Desktop-Sektor eine breite Angriffsfläche bot. Linux besitzt dagegen erhebliche Marktanteile im Webserver-Bereich, außerdem sind Linux-basierte Server-Anwendungen aufgrund mangelhafter Verwaltung häufig nur schlecht vor Angriffen geschützt, so die Studie.

Mi2g verzeichnete in den ersten sechs Monaten diesen Jahres 7.630 erfolgreiche Angriffe auf Linux-Systeme, ein erheblicher Anstieg gegenüber 5.736 Attacken im vergangenen Jahr. Gleichzeitig ging die Zahl der erfolgreichen Angriffe auf mit dem Internet Information Server von Microsoft betriebene Windows-Systeme um 20 Prozent zurück, von 11.828 in der ersten Jahreshälfte 2001 auf 9.404 in der ersten Hälfte diesen Jahres.

Die Gesamtzahl erfolgreicher Angriffe in der ersten Jahreshälfte stieg um 27 Prozent an, von 16.007 Angriffen im vergangenen Jahr auf 20.371 Angriffe 2002.

Diese Daten stammen aus eigenen Untersuchungen von Mi2g, die Informationen zu mehr als 6.000 Hackergruppen und Aufzeichnungen zu über 60.000 Hacker-Angriffen seit 1995 umfassen. Die Datenbank berücksichtigt außerdem die Angaben der vom Computer Security Institute (CSI) und vom FBI veröffentlichten Studie Computer Security Issues and Trends Survey.

Mi2g forderte Linux-Systemadministratoren auf, bei der Behebung bekannter Sicherheitslücken umsichtiger vorzugehen. „Heutzutage ist eine rasche Reaktion auf neu entdeckte Schwachstellen von entscheidender Bedeutung“, sagte DK Matai, Chairman und Chief Executive von Mi2g, in einer Stellungnahme.

Mi2g zufolge ist die Zahl der erfolgreichen Angriffe auf Systeme der US-Regierung stark zurückgegangen, von 204 Attacken in der ersten Hälfte des letzten Jahres auf ganze 54 Attacken in der ersten Jahreshälfte 2002. In Großbritannien wurden die Websites von Regierungsstellen in der ersten Hälfte des laufenden Jahres zwölfmal geknackt, während in den ersten sechs Monaten 2001 noch 38 Angriffe Erfolg hatten.

Das Sicherheitsunternehmen führte diesen Rückgang teilweise auf verbesserte Sicherheitsmaßnahmen nach den Terroranschlägen im vergangenen September zurück, teilweise wird auch die im Februar 2002 erfolgte Ergänzung des Cyber Security Enhancement Act als Ursache betrachtet. Diese Ergänzung sieht lebenslange Gefängnisstrafen für Hacker vor, die Menschenleben gefährden.

Mi2g ist ein auf Sicherheitsfragen spezialisierter Systemintegrator. Das Unternehmen hat seinen Sitz in London und ist vorwiegend für Kunden aus dem Bank- und Versicherungswesen tätig.

 

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