Design

Dank ihres schwarzen Kunststoffgehäuses, das mit dem der analogen Kamera Nikon F80 fast identisch ist, kann die Fujifilm FinePix S2 Pro fotografisch gesehen einiges einstecken. Allein wiegt das Gehäuse mit Speicherkarte und Akkus gerade unter einem Kilo, und dank der um knapp zwei Zentimeter vergrößerten Unterseite (um vier Batterien der Größe AA unterbringen zu können) ist es etwas stabiler. Die Kamera liegt gut in der Hand, die Finger haben an der Vorderseite ausreichend Grifffläche und eine Daumenauflage an der Rückseite sorgt für zusätzlichen Halt und Stabilität.

Die Einstellknöpfe der Kamera befinden sich an der Ober- und an der Rückseite, wo die Steuerungsfunktionen nach logischen Gesichtspunkten aufgeteilt sind. Nutzer, die bereits mit analogen Kameras von Nikon vertraut sind, werden mit dem Layout der S2 keine Probleme haben. Steuerrädchen, Auswahlschalter für die Aufnahmemodi und dedizierte Tasten zur Wahl der Blende, der Verschlusszeiten und der Blitzmodi sind allesamt intelligent platziert. Eine LCD-Anzeige auf der Gehäuseoberseite zeigt leicht sichtbar die üblichen Belichtungseinstellungen und den Ladezustand der Akkus an.

Zur Navigation durch die Setup-Funktionen und zur Anzeige von Bildern und Histogrammen verwendet man den an der Rückseite angebrachten LCD-Bildschirm, der zum Schutz unter einer abnehmbaren Abdeckung aus Kunststoff verborgen ist. Ein großes Lob geht an Fujifilm für die Integration der separat über dem LCD-Monitor angebrachten vier Funktionstasten, die sofortigen Zugriff auf die am häufigsten verwendeten Funktionen wie Bildauflösung, Einstellungen für Farbe, Farbtöne, Schärfe und den Weißabgleich bieten, ohne den jeweils gewählten Aufnahmemodus verlassen zu müssen. Obgleich langjährige Fotografen vielleicht etwas Zeit benötigen werden um sich an diese Extratasten zu gewöhnen, sind sie doch langfristig extrem nützlich.

Ausstattung

Die FinePix S2 Pro besitzt alle Funktionen, die man von einer qualitativ hochwertigen, digitalen, einäugigen Spiegelreflexkamera (SLR – Single Lens Reflex) erwarten kann. Die gute Nachricht für Nikon-Fans ist, dass die S2 nicht nur auf dem Gehäuse der F80 aufbaut, sondern auch wie eine F80 funktioniert. So kann man zum Beispiel von der 3D-Matrix-Messung profitieren und aus vielen kompatiblen Nikon-Objektiven und externen Speedlight-Blitzgeräten wählen. (Im Test wurden sowohl Nikon-Objektive als auch das von Fuji mitgelieferte Tamron-Objektiv verwendet.)

Aus digitaler Sicht ist die S2 ein reines Fujifilm-Gerät, bis hin zu seinem 6-Megapixel Super-CCD, der interpolierte Bilder von bis zu 12 Megapixeln unterstützt. Zur Optimierung jeder beliebigen Aufnahmesituation ergänzt Fuji den Sensor um eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten. Führt man alle Einstellungen an einer Kamera gern selbst durch, so kann man hier an vielen Einstellungen herumspielen, von der Bildkompression über die Schärfe, Sättigung und die Farbtöne bis hin zu neuen voreingestellten und zwei frei wählbaren Einstellungen für den manuellen Weißabgleich. Bevorzugt man eher das Gegenteil, kann die Kamera auch ein CCD-RAW-Format ausgeben, das von der Firmware der Kamera nicht verändert wurde. Im Modus der benutzerdefinierbaren Einstellungen (Custom Settings Mode) kann man das Verhalten der erweiterten Funktionen verändern. So kann man beispielsweise angeben, welche Schalter die Blenden- und die Verschlusszeiten steuern und in welcher Reihenfolge Bilder aus Belichtungsreihen aufgenommen werden sollen.

Diese Kamera akzeptiert sowohl SmartMedia- als auch CompactFlash-Medien. Um auch die großen Bilder aufnehmen zu können, sollte man sich aber für ein IBM Microdrive entscheiden. Leider ist die Kamera nicht in der Lage, automatisch von einem Speichermedium auf ein anderes zu wechseln, wenn das erste voll wird. Praktisch für Fotostudios ist, dass sich die S2 über das mitgelieferte FireWire-Kabel an einen Computer anschließen lässt. Während der Tests lernten die Tester den sich erhaltenden Selbstauslösermodus der Kamera schätzen, den man im Gegensatz zu anderen Kameras nicht vor jeder Aufnahme wieder neu auswählen muss.

Ein praktisches Menü auf dem LCD-Monitor liefert während des Durchsuchens der Menüs eine kurze Beschreibung jeder der 15 benutzerdefinierten Einstellungen der S2. Im Bildbetrachtungsmodus bietet der gleiche helle LCD-Monitor ein hohes Maß an Vergrößerung sowie Farbleisten und eine Histogramm-Anzeige. Die S2 ermöglicht auch die Aufnahme von 30 Sekunden Sprache (Voice-Memo), so dass sich auch unterwegs Bemerkungen zu den einzelnen Bildern festhalten lassen.

Performance

In Bezug auf die Performance gibt es nichts zu bemängeln. Nach der Betätigung des Einschalters ist die Kamera sofort einsatzbereit. Ein großer Datenpuffer und schnelle Aufnahmezeiten sorgen dafür, dass die Verzögerung zwischen den Aufnahmen selbst beim Speichern unkomprimierter TIFF-Bilder zu vernachlässigen ist. Im Serienbildmodus kann die Kamera etwa zwei Bilder pro Sekunde aufnehmen und bis zu sieben Bilder im Datenpuffer halten. Die mit der größten JPEG-Einstellung gemachten Bilder sind ohne Anzeige nach der Aufnahme im Durchschnitt nach 2 bis 3 Sekunden gespeichert. Die S2 kann auch interpolierte Dateien mit Größen von bis zu 35 MByte in den Formaten TIFF und RAW erzeugen, deren Speicherung bis zu 20 Sekunden dauern kann. Die unkomprimierten 6-Megapixel Standard-TIFFs sind allerdings bereits nach etwa 11 Sekunden gespeichert.

Überraschenderweise arbeitet die S2 im Bildbetrachtungsmodus deutlich langsamer. Beim Öffnen erzeugt die Kamera Thumbnails in niedriger Auflösung, was bei den größten JPEG-Dateien fast 5 Sekunden dauert. Mit der langen Akkulaufzeit lässt sich jedoch auch dies überstehen. Die S2 unterteilt ihre Stromquellen in zwei Zellen im Format CR-123 für die Kamera selbst und in vier Akkus oder Batterien der Größe AA für alle digitalen Anforderungen. Beide Sets ermöglichen mehr als 500 Aufnahmen. Dank der FireWire-Schnittstelle ist der Download auch der größten Dateien in Windeseile erledigt.

Mit der Nikon D100 hat die S2 einen enttäuschenden Mangel gemein: Der optische Sucher ist einfach zu klein. Außerdem befinden sich die Displayinformationen sehr niedrig im Rahmen des Suchers, wodurch sie aus bestimmten Blickwinkeln schwer zu sehen sind. Macht man viele Aufnahmen am Stück, kann dies zur Überanstrengung der Augen führen.

Bildqualität

Der S2 entgeht nicht ein einziges Pixel. Im Programmmodus mit allen Standardeinstellungen, wozu auch ein moderates Maß an von der Kamera durchgeführtem Scharfzeichnen gehört, erzeugt die S2 ein scharfes, ausgewogenes und angenehm zu betrachtendes Bild. Das bedeutet, die Szenen sind korrekt belichtet, Hautfarbtöne sind hervorragend und die Farben lebensecht. Wie bei manchen anderen digitalen SLRs tendiert der automatische Weißabgleich bei Kunstlicht eher in Richtung Pink als zu dem üblicheren Orange-Gelb, die Voreinstellungen und der manuelle Weißabgleich werden jedoch auf bemerkenswerte Weise damit fertig.

Typische digitale Artefakte wie Rauschen oder Verwischen von hellen Farben in dunklere sind selbst bei den schwierigsten Szenarien kaum erkennbar. Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen und in schattigen Bereichen weisen ein minimales Bildrauschen auf. Dank der Auflösung von 6 Megapixeln stellt diese Kamera feine Details wie Haare oder Pelz naturgetreu dar. Wie zu erwarten war, entsteht bei der Aufnahme von interpolierten 12-Megapixel-Bildern etwas sichtbares Farbrauschen, allerdings nicht so viel, dass man diesen Modus deshalb nicht zur Herstellung größerer Abzüge wählen sollte.

Der eingebaute Blitz wird im Programmmodus etwas heiß, leuchtet Schnappschüsse aber trotzdem sehr gut aus. Für subtilere Ergebnisse kann man die Zeitautomatik (Aperture Priority) wählen oder den Blitzausgleich entsprechend anpassen.

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