Im Interesse des Preispunktes von 1199 Euro verzichtet Medion auf den schnellsten Pentium 4 und setzt den P4/2,6 GHz ein. Auch beim Chipsatz macht man einen Kompromiss: Der Sis648, hier auf einem OEM-Board von MSI, hilft ganz klar, den niedrigen Preis trotz der Ausstattung zu halten. Gegenüber Rechnern mit Intel-Chipsätzen, etwa dem Dell 4550, kann man so mehr Soft- und Hardware-Extras beipacken, bei gewissen Einbußen bei der Geschwindigkeit und sicherlich auch Stabiltät. Die Ergebnisse des Rechners in den Business und Content Creation Winstones sind für den Prozessortyp nur mittelmäßig.

(Ein Tuning-Tipp für Käufer des Rechners: Installiert man den aktuellen Sis 961 IDE-Chipsatz-Treiber aus dem ZDNet Treiber-Channel statt des verwendeten Microsoft-Standardtreibers, erhöht sich die Performance von 37,4 auf 38,7 Punkte (Content Creation) und von 56,0 auf beachtliche 59,8 Punkte! Im Festplatten-Test Business Disk Winmark verdoppelt sich die Leistung sogar, von 5230 auf 11400 Punkte.)

Eine gute Entscheidung von Medion ist sicherlich die Grafikkarte mit Nvidia Geforce4 Ti4200, die nicht nur schnell ist, sondern auch zwei VGA-Anschlüsse und TV-Out zur Verfügung stellt. Auch diese Karte hat mit anderen Konfigurationen schon mehr als 9615 Punkte im 3DMark eingefahren, aber das ist vielleicht kleinlich angesichts der zusätzlichen Optionen dank vorhandenem TV-Tuner beim Medion-System. Antenneneingänge für Hörfunk und Fernsehen sind ebenso da wie ein zweiter TV-Out an der Vorderseite.

Die Vorderseite ist überhaupt die Schmuckseite des Medion. Unter einer (leider unstabilen) Plastikklappe zum herunterlassen verstecken sich Slots für alle vier beliebten Kartenformate, CompactFlash, SD-/MMC-Card, Smartmedia und auch Memorystick. Das allein macht den Medion-Rechner zu einer hervorragenden Wahl für Besitzer von Digicams oder MP3-Playern mit entsprechendem Kartenmaterial. Auch hat Medion daneben drei (!) USBs, einen Firewire-Anschluss, Gameport und diverse Audio-Ports untergebracht. Ausgezeichnet!

Das Software-Paket ist ebenso extravagant wie im Frühjahr: Medion bietet diesmal die Works for Windows Suite (DVD) inklusive Word, Picture It und Encarta. Von Sonys CD-Brenner her rührt die Brennsoftware Nero Burning ROM 5.5. azu kommt das berüchtigte Heimkino-Paket mit mehr Software, als man benötigt: Medion® Power Cinema; Power DVD; Video Live Mail; Power Director 2.0 ME; MediaShow SE; und schließlich Musicmatch.

Während das Noname-Leselaufwerk für CD und DVD (16x) passend in schwarzes Plastik gegossen ist, sitzt beim Sony CRW 210E1 hinter der Blende eine weiße Schublade. Der CD-Brenner gehört zu den lautesten Komponenten des Rechners, wenn er mit bis zu 48-facher Geschwindigkeit CD-R beschreibt oder CDs liest. Auch die Festplatte hört man gelegentlich rattern, aber das ist eher ein Verdienst von Medions Belüftungssystem als ein Mangel der Seagate Barracuda V mit 120 GByte.

Kühle Luft von außen Luft kann nämlich unter anderem an der Gehäuseseite hinter einem Plastikknopf mit Medion-Logo eindringen, wenn der leise, langsame (aber konstante) Lüfter an der Hinterseite warme Luft abführt. Das sorgt für eine überdurchschnittliche Luftbewegung bei relativ geringem Aufwand.

Das Minitower-Gehäuse in schwarz und metallic ist aber durch die vorliegende Konfiguration schon weitgehend voll. Erweiterungen wären lediglich in Form von zwei PCI-Slots möglich. Auch eine Speicherbank ist noch frei, sowie ein internes 3,5-Zoll-Laufwerk und der Platz des nicht vorhandenen Diskettenlaufwerks. Dieses wird übrigens von der Frontblende über den Anschlüssen verdeckt. Wer ein beiges Gerät einbaut, kann also einfach aus ästehtischen Gründen die Klappe darüberschieben. Auch ein Prozessor-Upgrade ist nicht sinnvoll: Der Sis-Chipsatz unterstützt kein Hyperthreading, jene Technologie, die den Pentium 4 ab 3,06 GHz durch zwei Prozessorkerne zu einer zukunftssicheren CPU macht.

Auf Tuning-Freaks und Freunde hoher Performance hat es der Aldi-PC von Medion aber gar nicht abgesehen: Die Zielgruppe sind Heimanwender, die angesichts inflationärer Verbindungs- und Karten-Standards von allen Anschluss-Typen etwas haben wollen, die viel mit Multimedia arbeiten – und das elegante, leise Gehäuse vielleicht sogar im Wohnzimmer neben (oder statt) der Hifi-Anlage und dem Fernseher unterpringen wollen. Dafür ist der Titanium MD 8000 auch sehr gut geeignet.

Interessant ist auch ein Vergleich mit dem Vorgänger, dem letzten Aldi-PC Medion Titanium MD 3000. Immerhin hat sich die Grafik bei identischem Preis in einem halben Jahr von 5980 Punkten im 3DMark 2001SE auf die jetzigen 9615 Punkte gesteigert. Einen mächtigen Sprung gab es im vergangenen halben Jahr auch beim Multimedia-Benchmark: Von 29,8 Punkten hat sich Medions 1199 Euro-Rechner auf 38,7 (mit Sis-Treiber) gesteigert.

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