Allerdings wirft der Slogan „Weltpremiere“ nicht das beste Licht auf Vobis‘ Prozessorlieferanten, der die Athlon-Prozessoren 2600+ und 2800+ zwar schon eine Weile vorgestellt hat, aber bislang nicht liefern konnte (und den 2800+ auch gar nicht in Europa verkaufen will).

Neben dem Prozessor mit 2,083 GHz, dessen tatsächliche Leistungsfähigkeit durch den Namen „2600+“ besser charakterisiert ist, besitzt der Vobis-PC für 1199 Euro den Via-Chipsatz KT333 und 256 MByte 333 MHz-Speicher. Das MSI-Board erlaubt aber keine weiteren Prozessor-Upgrades: Der KT333 ist für die neueren und vor allem zukünftigen AMD-Prozessoren nicht ausgelegt. Da die Mehrheit aller Home-User die CPU ohnehin nie austauscht, ist das keine Katastrophe.

Erstaunlich und wenig vorbildlich ist nur, dass Vobis die 166 MHz-Variante der CPU auf einem Board einsetzt, das nur für 133 MHz ausgelegt ist. Der Athlon 2600+ kommt nämlich in zwei Varianten, mit 2,083 GHz bei 166 MHz FSB und mit 2,133 GHz bei 133 Mhz FSB. (Details bei ZDNet TechExpert.) Für den 2,083-GHz-Chip sollte Vobis ein Board mit Nforce2-Chipsatz oder KT400 verwenden! Hoffentlich hat Vobis die Kompatibilität genau überprüft, bevor man sich über die Empfehlungen von MSI hinweggesetzt hat.

Die Performance des Athlon-Rechners ist sehr ordentlich: Bei Büroanwendungen schlägt der PC sogar Pentium-Systeme mit 2,6 MHz Taktung knapp. Dies zeigt etwa der Vergleich mit dem aktuellen Aldi-PC. Der Medion-Rechner, der bei Aldi zum gleichen Preis (1199 Euro) wie der Highpaq verkauft wird, liegt allerdings durch den Intel-Prozessor bei Multimedia-Anwendungen vorn. Auch besitzt er mit dem Geforce4 Ti4200 den stärkeren Grafikchipsatz.

Trotz etwas langsamerer Performance ist die Radeon 9000-Grafikkarte des Vobis-Systems eine seiner Stärken. Im Highpaq sitzt nämlich die All-in-Wonder-Karte von ATI mit TV-Tuner und entsprechendem Eingang für die Fernsehantenne. Auch bietet sie einen S-Video-TV-In sowie -TV-Out-Port. Man kann den Vobis also neben den Fernseher stellen und am PC geschnittene Filme abspielen, oder Fernsehsendungen auf Festplatte aufzeichnen und anschließend brennen, oder dergleichen. Zu dieser Karte gehören auch alle notwendigen Adapter und Kabel – ein ganzes Bündel sowie Cinch-auf-S-Video, DVI-auf-VGA und dergleichen.

Erfreulich ist auch, dass Vobis erstmals seit langem zwei USBs und Audio-Anschlüsse an der Vorderseite des Gehäuses untergebracht hat – wo sie hingehören. Vermissen wird man unter den rückseitigen Optionen allerdings einen Firewire- und einen Netzwerk-Anschluss. Beides muss mit PCI-Karten nachgerüstet werden. Immerhin sind fünf freie PCI-Slots verfügbar.

Die Festplatte fasst zwar 120 GByte, ist mit 5400 Umdrehungen in der Minute aber nicht der schnellste Vertreter dieser Art. Sie stammt von Western Digital. Als Software liegen etwa Nero Burning ROM und als Office-Paket die Lotus Smartsuite 9.7 bei. Die Video-Ausrichtung, die Vobis anvisiert, wird nur durch Cyberlinks PowerDVD unterstrichen.

Der Vobis Highpaq 2600+ ist kein schlechter Rechner, aber vergleicht man ihn mit dem ähnlich ausgelegten Medion Titanium MD 8000, bleibt der Vobis-Rechner fast in jedem Punkt hinter dem bei Aldi verkauften Konkurrenten zurück. So ist die Festplatte beim Highpaq langsamer, er hat weit weniger Ports, das schlechtere Software-Paket und im Schnitt etwas weniger Performance. Vor allem aber ist er deutlich lauter, was für einen Video-PC (der neben dem Fernseher stehen können soll) ganz schlecht ist. Weshalb eine Anschaffung im Vergleich zu aktuellen Sonderangeboten der Super- und Elektromärkte nicht empfehlenswert ist – trotz Weltpremiere.

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