Der PC, der auf dem Schreibtisch zwischen Duden und Englisch-Wörterbuch verschwindet, ist längst kein Wunsch mehr. Schon Jahre bieten Hersteller wie Compaq fast unsichtbare Mini-PCs an. Aber so richtig verbreiten sich die Kleinstrechner erst jetzt. Und auch Leo-Computer, spezialisiert auf leise Office-Systeme, hat ein Gerät auf Basis eines MSI-Barebones-Systems im Programm.

Der MSI Hermes 845GL ist im Test mit einem 2,0 GHz Pentium-4 bestückt. (Denkbar wären immerhin Pentium-4-CPUs mit bis zu 2500 MHz.) Der Hauptspeicher beträgt 256 MHz DDR, wovon die integrierte Grafik je nach Bedarf bis zu 48 MByte belegt. Die Performance-Einbußen gegenüber einem P4-Tower von Leo-Computer, allerdings mit der neueren Chipsatz-Version 845GE, sind deutlich wahrnehmbar. Mit 41,3 Punkten im Business Winstone 2001 und 28,1 Punkten im Content Creation Winstone 2002 ist der Rechner zwar für die Arbeit mit aktueller Software geeignet, aber mit ähnlichen Einschänkungen wie viele Notebooks.

Beim 3DMark2001 erreicht der Hermes mit der integrierten Grafik 1255 Punkteund bleibt damit im Rahmen seiner Möglichkeiten. Erweitern lässt sich die Grafik mangels AGP-Slot nicht. Etwas größerer Speicher brächte allerdings einen kleinen Schub. Immerhin besitzt das Gehäuse über eine vertikale Erweiterung des Mainboards zwei PCI-Slots, die für Erweiterungen genützt werden können. (Überlange Karten haben allerdings im Gehäuse keinen Platz.)

Das Gehäuse schränkt zwar die Erweiterungsmöglichkeiten ein, hat aber neben den geringen Abmessungen einige Vorzüge. So ist an der Frontseite unter einer Klappe eine Zahl von Anschlüssen untergrebracht: SPDIF, regulärer Kopfhörer- und Mikro-Anschluss, ein Firewire-Port sowie nicht weniger als vier USBs. Dass das Mainboard reich ausgwerüstet ist, zeigt auch die Rückseite des Gehäuses. Hier sind noch einmal zwei USBs, eine parallele und eine serielle Schnittstelle, ein Firewire-Anschluss sowie die Videoanschlüsse VGA, DVI und TV-Out vorhanden.

Das Gehäuse sieht leider nur ein 5,25-Zoll-Laufwerk vor. Im Fall des Delphin-Systems ist der Slot mit einem 16x-DVD-Laufwerk besetzt. Über der Schublade liegt eine Klappe des Gehäuses, die sich auf Druck automatisch öffnet. Im Testzeitraum gab es damit keine Probleme, aber eine solche mechanische Plastikabdeckung ist erfahrungsgemäß anfällig. Zusätzlich passen eine Festplatte und ein Floppy-Laufwerk hinein.

Das System besitzt lediglich einen Lüfter und bleibt im Betrieb leise. Da an allen Schmalseiten Gehäuseöffnungen vorhanden sind, soll der entstehende Luftzug wohl alle Gehäuseecken erfassen. Tatsächlich ist die Hitzeentwicklung aber überdurchschnittlich.

Das MSI-Barebones-System ist großzügig mit Anschlüssen ausgestattet, davon viele ergonomisch sinnvoll an der Vorderseite. Als leises, kleines und vor allem nicht teures Bürosystem eignet es sich gut für beengte Umgebungen wie Cubicles. Abstriche müssen bei der Leistung und dem Design gemacht werden: Hermes 845GL ist trotz geringer Größe keine besonders elegante Lösung.

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