Wer würde nicht gerne auf einem Farb-Laserdrucker schnell und preiswert brillante Dokumente produzieren. Für viele Anwender war bis dato einfach die große Stellfläche und vor alle der hohe Anschaffungspreis der Hinderungsgrund. So blieb in der Regel der Griff zum Farbtintenstrahler, vielleicht noch in der Kombination mit dem altbewährten Monochrom-Laser oder umgekehrt. Gerade für in kleinen Unternehmen, im Homeoffice oder am Einzel-Arbeitsplatz wurde das Thema Farblaser als nicht-finanzierbar zu den Akten gelegt, obwohl sich oft genug die hohen Anschaffungskosten sogar schnell amortisiert hätten.

Mit dem Magicolor 2300 Desklaser schließt Minolta-QMS diese Lücke, setzt neue Maßstäbe und präsentiert einen vergleichsweise sehr kompakten, einfach zu handhabenden, gut ausgestatteten und vor allem preiswerten Farb-Laserdrucker für die breite Masse.

Der enorme Unterschied zu herkömmlichen Farb-Laserdruckern ist bereits auf den ersten Blick bei den Abmessungen erkennbar. Zunächst ist etwas Orientierungsarbeit nötig, um zu erkennen, wo vorne und hinten ist und sich die Flanken des neuen Druckers befinden. Üblicherweise zeigt bei Druckern die Breitseite und nicht die Schmalseite nach vorne und die Anschlüsse sind hinten zu finden und die Papierzufuhr meist vorne. Beim Desklaser befinden sich sowohl die Anschlüsse als auch das Papierfach auf der linken Seite. Mit 45 Prozent weniger Volumen findet der 2300DL auf jedem Schreibtisch noch Platz und fällt sogar zierlicher aus als so mancher Tintenstrahler. Immerhin präsentiert sich die Stellfläche mit gut 35 x 50 Zentimetern (Breite x Tiefe) rund 27 Prozent kleiner als beispielsweise beim A4-Farblaser Magicolor 3100. Auch wenn der Magicolor 2300 dabei auch unglaublich hoch wirkt, täuscht der Eindruck. Er ist mit gut 39 Zentimetern immer noch fünf Zentimeter niedriger als der 3100 und kaum höher als Tintenstrahler mit einer oben angebrachten Papierzufuhr. Mit stattlichen 27,8 Kilo ist er immerhin auch um 7,1 Kilo leichter als der große Bruder.

Minoltas Magicolor ist in wenigen Minuten ausgepackt, aufgebaut und startklar. Einzig der Resttonerbehälter muss hinter der Abdeckklappe noch eingesetzt werden.
Gut ausgestattet zeigt sich der Minolta was die Anschlüsse anbelangt. So ist er dank Ethernet-Netzwerkkarte (10/100BaseTX) bereits serienmäßig netzwerkfähig und verfügt zudem über einen USB- und einen Parallelport. Zum Lieferumfang gehören das Netzkabel, die Treiber-CD und das Handbuch. Einer Aufrüstung um einen zweiten Papierbehälter oder um die optional erhältliche Duplex-Einheit steht nachträglich zwar nichts im Wege, die Duplex-Einheit kostet dann allerdings noch mal rund 450 Euro. Die serienmäßige Mehrzweck-Papierzufuhr ist als offenes Fach unten im Gerät gut erreichbar und bietet Platz für 200 Blatt Papier und für ein Papiergewicht von bis zu 163 Gramm/Quadratmeter. Das Papier ist durch das offene System nicht geschützt und außerdem ragt das Papier noch mal um ein paar Zentimeter heraus. Nach dem Druckvorgang wird das Papier im Face-down-Verfahren auf der Oberseite des Druckers ausgegeben. Die 32 MByte SDRAM-Speicher lassen sich über einen Speicherplatz auf 288 MByte aufrüsten.

Die Bedienung am Drucker selbst erfolgt über einen 4-Wege-Schalter mit Bestätigungs-Button im Zentrum und über das Display. Eine separate Taste ermöglicht den direkten Abbruch des Druckauftrages. Die Menüführung ist gut gelungen, die Bedienung ist auch intuitiv ohne Handbuch zu bewältigen.

Die Druckgeschwindigkeit des Magicolor liegt beim Farbdruck bei vier Seiten pro Minute und bei 16 Seiten im Schwarzweiß-Modus. Drei unterschiedliche Auflösungen sind im umfangreichen, aber dennoch übersichtlich strukturierten Treiber wählbar: 2400 x 1200 dpi, 1200 x 600 dpi oder 600 x 600 dpi.

Die neuartige Polymer-Tonertechnologie soll beim Druck für die brillante Druckqualität verantwortlich sein. In einem speziellen Verfahren entstehen dabei extrem kleine und homogene Tonerpartikel mit neuen Eigenschaften. Bereits bei den ersten Testausdrucken liefert der 2300 eine überzeugende Vorstellung. Bei den Testausdrucken ist eine sehr gute Kantenglättung, eine feine Punkt- und Liniendarstellung erkennbar, die Darstellung der Zeichen gelingt gestochen scharf. Farben werden brillant wiedergegeben, selbst Fotovorlagen druckt der Minolta in beachtlicher Qualität.

Auch die Druckkosten könnten sich sehen lassen. Zwar liegt der Preis für einen neuen Satz Toner-Kartuschen bei rund 425 Euro (die Reichweite jeder der vier Tonerkartuschen liegt bei 4500 Seiten bei 5 Prozent Deckung). Bei diesem Deckungsgrad (Standardbrief) von 5% errechnet sich ein reiner Tonerpreis pro Seite von 2 bis 3 Cent (Kosten hängen natürlich stark von der Art des Dokument und der Farbverteilung ab).

Das Drucktempo des Minolta ist ordentlich und für kleine Arbeitsgruppen absolut ausreichend. Für die Testdateien im Text-Modus benötigt der Magicolor beim Ausdruck einer Seite 16 Sekunden, für 10 Seiten 50 Sekunden. Die Powerpoint-Präsentation mit drei Seiten schafft er in gut einer Minute, das Foto aus Photoshop in höchster Auflösung mit 2400 x 600 dpi in 44 Sekunden.

Fazit:

Mit einer durchdachten Ausstattung, seinem flotten Tempo und der hohen Druckqualität bietet er sich als optimaler Universaldrucker auch für das kleine und mittlere Druckaufkommen perfekt an. Für weniger als 1000 Euro wird er so manchen Farbtintenstrahler im Regen stehen lassen und sicher auch die heimischen Büros im Sturm erobern.

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2 Kommentare zu Minolta-QMS Magicolor 2300DL

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  • Am 13. März 2004 um 17:22 von C. Maier

    Unverschämter Service bzw. Hotline
    Drucker nicht geeignet für Etiketten. Steht aber nirgends. Im Handbuch steht nichts hilfreiches bezüglich Papierauswahl nur ein Verweis auf das Handbuch auf der CD und dort wird auch nur auf eine Internetseite verwiesen, welche in Englisch ist und Papier im deutschen Handel nicht kennt. Es wird überall angepriesen, dass das Gerät super geeignet ist für Etiketten. Aber welche nur? Wir haben Zweckform-Etiketten, geeignet für Laserdrucker verwendet. Das Gerät hat promt die Etiketten eingesaugt und alles verklebt. Ein Anruf wg Reklamation hat ergeben, dass der unfreundliche Hotline-Mensch sofort natürlich jegliche Garantieansprüche abgelehnt hat. Wir haben das Gerät dann selbst wieder repariert. Was sonst noch? Ja, die Trommeln sind schweine teuer und halten nicht sehr lange! Die Anzeige der Druckkapazität stimmt überhaupt nicht. Und bei 130 EUR pro Farbe überlegt man sich den Austausch ganz genau, wenn schließlich noch 30% draufsteht aber nichts mehr gedruckt wird. Zur Zeit versaut er jedes Blatt am linken Rand mit Streifen. Grauschattierungen kann er auch nicht sauber flächig ausdrucken. Beim Foto fällt das allerdings nicht auf, jedoch bei farbig angelegten Tabellen. Also für Fotos schon geeignet.
    Ich wünschte mir eine deutlich bessere Beschreibung und einen Kundenfreundlicheren Service.

  • Am 23. April 2004 um 13:30 von Rolf Maurer

    Wenn da nicht die kleinen Dinge wären…
    Ich besitze den Minolta 2200 Desklaser, vermute aber nur geringe Unterschiede zum 2300. Einige Punkte sollten bei den Tests näher berücksichtigt werden:

    1. Mit dem Minolta kann ich ein Blatt nich zweimal durch den Drucker schicken. Der Toner ist nicht stabil. Dies wäre für mich wichtig, da ich gerne Briefpapier im Voraus farbig drucken würde um dann den Brief mit dem S/W Laser zu bedrucken. Andere Hersteller sind da besser.

    2. Ein S/W Laser ist trotz der tollen Technik nach vie vor nötig. Da gerade der Minolta wenig Features bietet den Druck ausschließlich in S/W auszuführen. Und wer aus dem Internet schnell etwas ausdruckt und dann die teure Farbe bezahlen muss….

    3. da sind wir beim dritten Punkt. Der Farblaser wäre schon als Allzweckdrucker interessant, wenn nicht die extrem hohen Druckkosten wären. Ich habe bei allen Verbrauchsmaterialien festgestellt, dass sie bereits bei einem Drittel der angegebenen Lebensdauer ausgetauscht werden müssen. Händler und Service von Minolta zucken da nur mit den Schultern und sagen dies kann schon sein.

    Fazit: der Minolta ist ein sehr günstiger Farbdrucker, doch man sollte ich sehr genau informieren, ob er für die geplante Anwendung auch taugt.

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