Die Camedia C-300 Zoom sieht einer fotochemischen Kompaktkamera zum Verwechseln ähnlich, nur am LCD-Display bemerkt man den Unterschied. Sie ist zwar nicht unbedingt groß, hat aber doch „großzügige“ Abmessungen. Das fällt bei der Bedienung auf, die insbesondere wegen des schlecht platzierten Klappblitzes nicht gerade natürlich ist.

Dass die Ergonomie verbesserungswürdig ist, zeigt sich auch beim Wechsel vom Aufnahmemodus zur Bildbetrachtung. Um zu Letzterem zu gelangen, muss man die Schutzklappe etwas schließen, so dass das Objektiv wieder eingezogen wird. Der Wechsel zwischen den Modi, bei der Digitalfotografie üblich, wird durch diese unnütze Technik verzögert und kann auf die Dauer auch dem Apparat schaden.

Der optische Sucher verfügt über eine Scharfstell-Hilfe, sowie über die seltene Dioptrien-Korrektur (gut für Kurz- und Weitsichtige). Das gut verarbeitete Farb-LCD-Display hat allerdings nur eine mäßige Bildwiederholrate, was bei bewegten Motiven deutlich wird („Stroboskop-Effekt“). Es dient auch zur Anzeige einiger Status-Informationen (Modus, Kompression, verbleibende Zahl von Aufnahmen), da der Apparat nicht über ein zweites LCD verfügt.

Zahlreiche Bildformate sind möglich

Die Camedia C-300 Zoom ist mit einem optischen 2,8x-Zoom ausgestattet, das einem 36-100 mm-Zoom entspricht. Der Schalter für das Zoom hätte einen günstigeren Platz verdient. Bemerkenswert ist die inverse Funktionsweise: Man muss ihn zu sich heranziehen, um zu zoomen, und für die andere Richtung darauf drücken. Die Autofokus-Scharfstellung hat 160 Stufen, Spot-Messung und Makro (bis 20 cm minimaler Distanz) stehen zur Verfügung. Diese Optik arbeitet mit einem 3-Megapixel-Sensor zusammen, der zahlreiche Bildformate bietet: 5 Auflösungen von 1984×1488 bis 640×480 Pixel, komplettiert durch ein 3:2-Format (1984×1312 Pixel), das dem 35-mm-Format fotochemischer Kameras entspricht (für verlustfreie Abzüge). Drei Kompressionsgrade stehen zur Verfügung: mittel, schwach, ohne (TIFF-Format). Bei maximaler Auflösung und minimaler JPEG-Kompression sind die Bilder gut, aber nicht exzellent. Insbesondere fällt eine gewisse Ungenauigkeit bei den Konturen auf. Diese leichte Unschärfe liegt weder an der JPEG-Kompression (sie ist auch bei unkomprimiertem TIFF vorhanden) noch an der Optik (sie ist unabhängig von der Brennweite stets gleich), sondern scheinbar am Sensor selbst. Dieser Fehler wird auch nicht behoben, wenn man mit den Aufnahmeeinstellungen für Schärfe oder Kontrast spielt, im Gegenteil. Die Farben dürften etwas kräftiger sein.

Dafür ist die Belichtung ganz gut: Es gibt weder Einbrennen bei starkem Licht noch undifferenzierte Schatten bei schwacher Beleuchtung. Der Blitz verfügt über eine Funktion zur Reduzierung des Rote-Augen-Effekts, über einen fill-in-Modus (um Schatten bei Außenaufnahmen aufzuhellen) und über eine Langzeitsynchronisation.

Die Arbeitsgeschwindigkeit der Camedia C-300 Zoom ist recht unterschiedlich. So braucht sie für die Initialisierung über 6 Sekunden, also lange. Im Bild-für-Bild-Modus muss man eine Latenzzeit von 4 Sekunden zwischen den Aufnahmen (maximale Auflösung, minimale JPEG-Kompression) kalkulieren, was als mittelmäßig zu bezeichnen ist. Der Apparat verfügt auch über eine Serienbild-Funktion, bei dem 5 Bilder hintereinander bei maximaler Auflösung und minimaler JPEG-Kompression aufgenommen werden können, und zwar mit einer Rate von etwa 1 Bild pro Sekunde. Bei mehr Bildern bricht die Performance aber ein: 24 Sekunden dauert eine Folge von 8 Fotos.

Die Digitalkamera bietet auch einen Video-Aufnahmemodus (ohne Ton) mit 320×240 oder 160×120 Pixel. Darüber hinaus gibt es 5 Aufnahme-Voreinstellungen (Porträt, Landschaft, Nacht, usw.), Einstellungen für Bildschärfe und Kontrast, Weißabgleich (4 Voreinstellungen), Schwarz-Weiß- oder Sepia-Bilder, Veränderung des Bildausschnitts. Die Aufnahmen können über den Fernseher (Pal oder NTSC) oder über den PC mittels des USB-Kabels betrachtet werden. Die Laufzeit ist in Ordnung – mit den 4 Alcaline-AA-Batterien kann man etwa 50 Aufnahmen machen, einige mit Blitz und eingeschaltetem LCD-Display. Andererseits fällt die SmartMedia-Speicherkarte von 16 MByte etwas knapp aus: 8 Bilder mit maximaler Auflösung und minimaler JPEG-Kompression passen darauf.

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