IBMs Netvista-X-Serie setzt auf einen mit dem TFT-Bildschirm integrierten, anthrazit gehaltenen Desktop, der kaum noch als solcher erkennbar ist. Das neue Modell X41 ist eine Weiterentwicklung in Details.

So besitzt das Testgerät X41 einen Pentium-4 mit 1800 MHz, und der Grafikchipsatz Sis 630 des Vorgängermodells X40 wurde beim X41 durch einen ATI 128 Rage-Chipsatz ersetzt. Der TFT-Monitor des Testgeräts misst 17 Zoll. Für Anwender dürften auch die Funk-Tastatur und die Funk-Maus wichtige Neuerungen sein.

Office-Systeme werden nicht allein nach Leistung bewertet – zum Glück für den IBM X41, der zwar einen Pentium-4 mit 1800 MHz besitzt, aber den Intel-Chipsatz 845 und 256 MByte des langsamen PC133-SDRAM-Speichers. Im Business Winstone 2001 sind 28,2 Punkte ein schwaches Ergebnis, und mit 21,1 Punkten beim Content Creation Winstone 2002 sieht der Netvista X41 nicht besser aus.

Das Grafik-Subsystem ATI 128 Rage erfüllt die Aufgaben, die im Büro anfallen, und sogar einen Tick mehr: Das dem Rechner beiliegende Spiel Fifa 2001 von EA Sports ist ohne Ruckeln ausführbar. Anspruchsvolle 3D-Grafik kann der Chipsatz allerdings nicht darstellen, und im DirectX-Benchmark 3DMark 2001 stoppt er bei nur 505 Punkten – ein wirklich schwaches Ergebnis.

Aber die Rechenleistung ist für den IBM nicht entscheidend. Das komfortable Display ist mit 17 Zoll deutlich größer als beim Vorgängermodell – und ebenso scharf. Die maximale Auflösung beträgt 1280 mal 1024 Bildpunkte. Der Clou der Netvista X-Serie liegt darin, dass das komplette System selbst in den Fuß und die Rückseite des Monitors eingebaut wurde, sodass der Desktop auf den ersten Blick nur wie ein einfacher Monitor wirkt. Das große Netzteil allerdings findet im kleinen Gehäuse keinen Platz.

Die Mehrzahl der Anschlüsse, nämlich zwei USBs, zwei PS/2-Ports, Netzwerk-Buchse und Audio-Anschlüsse sitzen an der Oberseite, um für den Anwender leicht zugänglich zu sein. Nachteilig ist daran, dass Kabel um oder gar über den Monitor hängen können oder (im Fall eines Netzwerkkabels) in hohem Bogen überstehen. Direkt bei diesen Anschlüssen sitzt ein Tragegriff, an dem sich das gesamte System bequem verstellen lässt – allerdings nur, wenn die Anschlüsse nicht belegt sind. Am Sockel sind weitere Ein- und Ausgänge angebracht: zwei weitere USBs sowie ein Parallelport für Drucker. Einen USB belegt übrigens die Funkeinheit für Maus und Tastatur.

Unter dem Monitor sitzt das DVD-/CD-RW-Kombilaufwerk. Es kann mit sanftem Druck ein- und per Knopfdruck (bei eingeschaltetem System) wieder ausgefahren werden. Das Gerät stammt von Samsung und liest DVDs mit 8facher, CDs mit nur 24facher Geschwindigkeit, was geringes Betriebsgeräusch und stabile Verarbeitung allerdings wettmachen. Die Schreibgeschwindigkeit spezifiziert Samsung mit 8fach, sowohl auf CD-R wie CD-RW.

Die getestete Version des X41 wurde mit Windows-XP Home Edition geliefert. Eine Software-Selections-CD mit Music Match und zwei Utilities und das Fußball-Spiel Fifa Soccer 2001 lagen ebenso bei wie Modemkabel und TAE-Adapter. Office-Software ist für 2966 Euro noch nicht drin.

Wie Notebooks ist der IBM Netvista X41 kaum aufrüstbar. Es ist zwar ein interner Mini-PCI-Schacht neben der Netzwerkkarte frei, aber eine Erweiterung wird weder vorgeschlagen noch dokumentiert. Das Gehäuse ist wohl deshalb fast unzugänglich. Immerhin steht der zweite Speicherslot noch zur Erweiterung frei.

Der X41 ist ähnlich elegant und platzsparend wie der neue Apple iMac, wirkt aber deutlich seriöser. Wenn Design das wichtigste Anschaffungskriterium ist, muss der X41 als erste Wahl gelten. Abstehende Kabel an der TFT-Oberseite (wo Netzwerk- und PS/2-Anschlüsse sitzen) können den ausgezeichneten ersten Eindruck allerdings etwas schmälern.

Die Leistung entspricht gerade einmal einem Notebook, und jede Firma sollte sich vor der Anschaffung dieses Desktops überlegen, ob ein ähnlich teueres Notebook eine Alternative ist. Nur in den Punkten Bildschirmgröße und Zahl der Anschlüsse würde ein Highend-Laptop deutlich hinter dem X41 zurückbleiben – zu einem ähnlichen Preis von fast 3000 Euro.

Der Netvista X41 ist zudem alles andere als zukunftssicher, besitzt er doch weder Firewire- noch USB 2.0-Anschlüsse. Internes Aufrüsten ist ohnehin kaum möglich – oder vorgesehen.

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