Gut gelungen ist das Design des neuen Iomega-Players: Mit seiner grau-metallic-farbenen Oberfläche und den blau gummierten Seiten wirkt der Hipzip schick, zugleich aber auch kompakt und robust. Lediglich die blau-durchscheinende Schutzabdeckung, unter der sich der Datenspeicher verbirgt, macht einen zerbrechlichen und nicht gerade wasserdichten Eindruck.

Das große Display bietet viele Informationen vom aktuellen Track über den Ladezustand des Akkus und Abspielmodus bis hin zu Lautstärke und Soundeinstellungen und ist dank beleuchteten Hintergrunds immer gut ablesbar. Die Bedienung über die gut angeordneten Tasten fällt so leicht.

Clou und Manko zugleich: das Speichermedium

Der Clou beim Hipzip liegt im Speichermedium: Der Player nutzt „Pocketzip“-Disks, die Iomega ehemals unter dem Namen „Clik!“ vermarktete. Diese Fünfmarkstück-großen und zehn Gramm leichten Medien mit 40 MByte Kapazität bieten eine günstige Alternative zu teuren Flash Memory Cards – eine Pocketzip-Disk kostet etwa zwischen 20 und 35 Mark, je nach Stückzahl. So macht das relative preiswerte Speichermedium den hohen Kaufpreis von etwa 780 Mark zumindest teilweise wett – bedenkt man, dass zusätzliche 64-MByte-Flash-Cards für MP3-Player immer noch etwa 250 Mark kosten.

Als großes Manko stellt sich die relativ geringe Kapazität von 40 MByte dar, die eine Pocketzip-Disk bietet: Selbst bei einer Bitrate von nur 96 KBit/s („CD-nahe Qualität“ bei MusicMatch Jukebox) passen die MP3-Dateien einer Audio-CD meist nicht komplett auf eine Pocktzip-Disk. Weicht man beim Komprimieren auf die nächstniedrigere Datenrate von 64 KBit/s aus, ist die Soundqualität schon deutlich beeinträchtigt („Radio-Qualität“ bei MusicMatch).

Bei ausreichender Bitrate des MP3-Files überzeugt der Klang des Hipzip aber: Einzig die Bässe sind in der Standardeinstellung zu schwach – das liegt auch an dem mitgelieferten, minderwertigen Kopfhörer, an dem hier offensichtlich gespart wurde. Mit dem integrierten Equalizer lässt sich diese Schwäche aber zumindest teilweise ausgleichen.

Kein Leichtgewicht

Im Vergleich mit MP3-Playern, die Flash-Speicher nutzen, ist der Hipzip recht klobig, vergleichbar mit einem durchschnittlichen Walkman, und bringt stattliche 185 Gramm auf die Waage. Erschütterungen, wie zum Beispiel beim Jogging, können ihm aber im Gegensatz zu den Walkmännern nichts anhaben, denn ein integrierter Puffer gleicht Schwankungen des Datenstroms aus, die im Mini-Laufwerk mit seinen beweglichen Teilen entstehen können. Im Test brachte den Hipzip selbst heftiges, minutenlanges Schütteln nicht aus dem Takt.

Der Hipzip stellt somit ein Mittelding dar zwischen noch größeren mobilen CD-Playern mit sehr billigen Medien (CD-Rohlingen), die auch MP3s abspielen können, und den teilweise winzigen MP3-Playern mit sehr teuren Flash-Kartenspeichern. Die Konkurrenz durch Minidisk-Player wird dem Hipzip sicher zu schaffen machen: Diese sind billiger und arbeiten mit preiswerteren, wiederbeschreibbaren Medien, die 74 Minuten in annähernder CD-Qualität speichern. Außerdem sind die Player meist kleiner und können Audio meist auch live aufnehmen.

Gute Software

Nach der Installation, die im Test problemlos verlief, bieten sich zwei Möglichkeiten des Datentransfers von der USB-Schnittstelle des Rechners auf den Player:

Da ist zum einen die mitgelieferte, speziell auf den Hipzip ausgelegte Version der Audio-Software Musicmatch Jukebox 5 Version 5, Version 6. Damit lassen sich MP3s, WAVs und Windows-Media-Files abspielen, verwalten, auf den Player übertragen und sogar auf CD brennen. Praktisch ist die Funktion, Songs in hoher Qualität auf der Festplatte zu speichern und beim Überspielen auf den Hipzip auf eine niedrigere Bitrate herunterrechnen zu lassen. Das kann zwar einige Minuten dauern, dafür passen so aber – mit den erwähnten Klangeinbußen – komplette Alben auf die Pocketzip. Auf einen Klick sieht man hier auch, wieviele Stücke in welcher Qualität noch Platz auf der Disk finden. Beim Überspielen von CD kann die Software die Gracenote-Datenbank (www.cddb.com) im Internet abfragen und die korrekten CD- und Titelinformationen in den Player einlesen.

Drag & Drop

Bei der zweiten Methode der Datenübertragung erscheint der Hipzip einfach als zusätzliches Laufwerk, auf das Dateien durch einfaches Drag & Drop kopiert werden können. In weniger als einer Minute lädt der Player so Dateien auf seine Disk. Abgesehen von seiner Funktion als MP3-Player ist der Hipzip so auch als Wechsellaufwerk zu gebrauchen, mit dem sich zum Beispiel Office-Dokumente oder Bilddateien zwischen zwei Rechnern übertragen lassen, wenn einfache 3,5-Zoll-Disketten nicht ausreichen.

Lange Akkulaufzeit

Der fest eingebaute Lithium-Ionen-Akku bietet laut Iomega bis zu 12 Stunden Abspielzeit, was sich im Test auch in etwa bestätigte: Erst nach etwa elf Stunden Dauerbetrieb war wirklich Schluss. Ist der Akku dann schließlich leer, lässt er sich mit dem mitgelieferten Netzteil innerhalb von zwei Stunden wieder aufladen.

Fazit

Für einen sehr hohen Kaufpreis erhält man mit dem Hipzip einen MP3-Player, der durch guten Klang und den Vorteil günstiger Speichermedien überzeugt.

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